London

Helen Mirren als »böse zionistische Schlampe« beschimpft

Helen Mirren und Taylor Hackford in Cannes 2023 Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die britische Schauspielerin Helen Mirren ist in London auf der Straße von einem israelfeindlich gesinnten Passanten erkannt und beschimpft worden. Auf einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Videoclip ist zu sehen, wie die 80-Jährige mit ihrem Ehemann, dem amerikanischen Regisseur Taylor Hackford, zu Fuß in der Nähe des Towers unterwegs ist, als ein Mann auf das Paar zukam.

Höflich fragt Mirren ihn zunächst, wie es ihm gehe. Sofort startet der Mann daraufhin eine wüste Tirade: »Und da ist Helen Mirren, die bekennende Zionistin, die gesagt hat, dass Israel wegen des Holocaust für immer bestehen bleiben muss. Und sie war sehr glücklich darüber, dass die Häuser der Palästinenser weg waren.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dann wurde er noch ausfälliger. »Du bist eine böse zionistische Schlampe«, rief er Mirren zu. Hackford versuchte einzuschreiten und forderte den Mann mehrfach mit den Worten »Fuck off« (zu deutsch: »Verpiss dich«) auf, zu gehen, woraufhin der 81-Jährige von dem Passanten mit den Worten »Fick dich auch« beschimpft wurde.

Anders als viele andere Künstler hat Helen Mirren sich wiederholt mit Israel solidarisiert und sich gegen kulturelle Boykotte ausgesprochen. Für ihre Darstellung von Königin Elisabeth II. im Film »The Queen« erhielt sie 2007 einen Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Lesen Sie auch

Mirren verkörperte auch mehrfach jüdische Persönlichkeiten, darunter Israels Ministerpräsidentin Golda Meir im Film »Golda« und Maria Altmann in »Die Frau in Gold«. Im vergangenen Monat unterzeichnete Mirren einen offenen Brief, der Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest befürwortete. mth

Berlin

733 Tage, 2 Stunden und 35 Minuten

Eine Ausstellung im Paul-Löbe-Haus erzählt von Verlust, Hoffnung und bleibenden Folgen in der Zeit zwischen dem 7. Oktober und dem Abkommen zur Freilassung der Geiseln

von Pascal Beck  09.10.2026

München

Simon Rattle bleibt bis 2033 Chef des BR-Symphonieorchesters

»Symphonischer Hoagascht« oder »Singen mit Sir Simon« hießen Projekte, die Sir Simon Rattle eingeführt hat. Die Arbeit mit dem Symphonieorchester des BR und seinem Chor sagt dem Chefdirigenten zu. Er hat nun verlängert

von Barbara Just  08.10.2026

Adania Shibli

Plattitüden in Romanform

Auch das zweite auf Deutsch erschienene Buch der palästinensischen Autorin weist einen holzschnittartigen Charakter auf

von Enno Stahl  08.10.2026

Prag

Spätes Debüt

Der Schriftsteller Eli Beneš gilt als bekannteste literarische Stimme der Juden in Tschechien. Sein Roman über einen Schoa-Überlebenden machte ihn zum preisgekrönten Autor. Eine Begegnung

von Kilian Kirchgeßner  08.10.2026

Literatur

»Es gibt zwei Seiten«

Zur Frankfurter Buchmesse ruft die israelische Autorin Orna Landau gegen den Boykott von Büchern auf: »Entscheidet euch für Wissen«

von Ayala Goldmann  08.10.2026

Literatur

Geistige Freiheit

Tschechien ist Ehrengast der Buchmesse. Unser Autor erinnert an die Zeit nach dem Prager Frühling, als Bücher in seiner Heimat als »Samisdat« im Untergrund erschienen

von Jan Faktor  08.10.2026

Nahost

Die Geschichte eines Krieges

Shahrzad Eden Osterer und Richard C. Schneider analysieren den Konflikt zwischen Israel und Iran – und die Rolle der involvierten Proxy-Armeen

von Eva M. Grünewald  08.10.2026

7. Oktober

Maxim Biller und die Barbaren

In »Schwarze Samstage« kämpft der Schriftsteller mit den Folgen des Massakers in Israel – und zieht eine harte Linie zwischen Juden und »Gojim«

von Tobias Kühn  07.10.2026

TV-Tipp

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  07.10.2026