Erfurt

Einzigartiges Klezmer-Projekt: Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen als »Höhepunkt eines Prozesses«

Sasha Lurje ist Teil des Klezmerorchesters. Foto: Gregor Matthias Zielke

Das Klezmerorchester Erfurt feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Das 2015 gegründete Ensemble widmet sich der traditionellen jiddischen Instrumentalmusik und bringt jährlich Laienmusikerinnen und Laienmusiker aus ganz Europa zusammen. Zum Jubiläum sei das Orchester noch einmal deutlich gewachsen, sagte der Erfurter Geiger, Musikmanager und Orchestergründer Johannes Gräßer: »Am Samstag beginnen die Proben.«

Für das Jubiläumsjahr entstehe erneut ein vollständig neues Programm, das wie in den Vorjahren nur einmal öffentlich aufgeführt wird. Eine Besonderheit sei erstmals die Beteiligung von Gesangssolisten, erklärte Gräßer: »Mit Sasha Lurje und Benjy Fox-Rosen haben zwei international bekannte Künstler der Klezmerszene ihre Mitwirkung zugesagt.«

Insgesamt erwarten er und der organisierende Verein Klezwecan mehr als 100 Musikerinnen und Musiker aus mehreren europäischen Ländern. Damit bleibe das Klezmerorchester Erfurt auch im zehnten Jahr seines Bestehens das größte Klezmerorchester der Welt.

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Das Jubiläumskonzert ist für Mai im Theater Erfurt geplant. »Dass mehrere Monate intensiv geprobt wird, um schließlich nur ein einziges Konzert zu spielen, ist Teil des Konzepts«, betonte Gräßer. Das Orchester verstehe sich nicht als Tournee-Ensemble, sondern als gemeinschaftliches Projekt. Im Mittelpunkt stünden der Entstehungsprozess, der musikalische Austausch sowie das Zusammenwachsen der Beteiligten. Das einmalige Konzert bündele diese Arbeit und markiere den künstlerischen Höhepunkt.

Medien sind laut Gräßer eingeladen, den Probenprozess von Beginn an zu begleiten. Gerade die ersten Proben ermöglichten Einblicke, die später nicht mehr in dieser Form gegeben seien. Bereits zum Probenauftakt in Erfurt ließen sich musikalische Annäherungen, Diskussionen über Arrangements und künstlerische Entscheidungen ebenso beobachten wie persönliche Geschichten der Mitwirkenden. »Das inklusive, generationsübergreifende Konzept und die internationale Ausrichtung machen das Projekt für viele Musikerinnen und Musiker attraktiv«, sagte der Orchesterleiter.

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