TV-Tipp

»Die Verfolgten«

Ein französischer Student (Christian Rist) erfährt im Juli 1942 durch Zufall von der geplanten Großrazzia gegen die jüdischen Bewohner des Viertels Saint-Paul. Er versucht, möglichst viele von ihnen zu warnen, stößt aber immer wieder auf Misstrauen und die feindliche Haltung nichtjüdischer Augenzeugen, bis er einer jungen Frau begegnet, mit der er aus dem Viertel zu entkommen versucht. Auch sie muss er erst überzeugen, mit ihm zu fliehen und ihre Familie im Stich zu lassen.

Das authentische Filmporträt der Einkesselung der Pariser Juden durch die französische Polizei beruht auf den Erlebnissen des Augenzeugen Roger Boussinot, die er in dem Buch Les guichets du Louvre in romanhafter Form verarbeitet hat, das dem Film zugrunde liegt.

vel d’hiv Regie führte Michel Mitrani, ein französischer Filmemacher mit bulgarischen Wurzeln, der mit dem Drama über diese »Razzia des Wintervelodroms« (benannt nach dem Sammelpunkt Vel d’Hiv) debütierte, die den Tod Tausender Pariser Juden in den KZs nach sich zog.

Der sehenswerte Film von 1974, jetzt erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen, ist durchweg eindringlich inszeniert und hervorragend gespielt. Bedeutsam ist er auch als erster Spielfilm, der die maßgebliche Beteiligung von Behörden und Bevölkerung an der Judenverfolgung in Frankreich behandelte.

»Die Verfolgten« ist in der Arte-Mediathek abrufbar.

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026

Jubiläum

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 22.06.2026 Aktualisiert

Kulturkolumne

Warum ich bei Fußball im Fernsehen besonders gut einschlafe

Hinter dem Phänomen steckt eine lange Familiengeschichte – unsere Autorin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise

von Maria Ossowski  22.06.2026