Berlin/New York

Deutsch-jüdische Geschichte: Leo-Baeck-Institut wird 70

Der Namensgeber des Instituts, der Rabbiner und Schoa-Überlebende Leo Baeck Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Berlin/New York

Deutsch-jüdische Geschichte: Leo-Baeck-Institut wird 70

Es geht um die Geschichte des deutschsprachigen Judentums. Diesem Thema widmet sich das internationale Leo-Baeck-Institut seit 70 Jahren. Der Geburtstag wird in Berlin und anderswo gefeiert

 08.04.2025 18:08 Uhr

70 Jahre Forschen und Sammeln zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums: Das Leo-Baeck-Institut feiert in diesem Jahr Geburtstag. Das Festjahr steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, für den 17. Juni ist in Berlin die zentrale Jubiläumsveranstaltung geplant, wie es am Dienstag in einer Ankündigung hieß.

»Leo Baeck, und das ist sein Vermächtnis, war ein Versöhner: zwischen den Religionen und Kulturen, zwischen Christen und Juden in Deutschland«, erklärte Steinmeier laut Ankündigung. Er unterstrich seine Wertschätzung des Instituts, denn »unsere Verantwortung vor der Geschichte ist Teil unserer Identität. Sie kennt keinen Schlussstrich und keine Relativierung.«

Der internationale Präsident des Leo-Baeck-Instituts, Michael Brenner, betonte: »Die Geschichte zu bewahren und die Relevanz der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft aufzuzeigen, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Die deutsch-jüdische Geschichte wirft immer wieder neue Fragen auf.«

Projekte auch in Israel, Großbritannien, den USA

Zum Festjahr wird es neben der Feier in Berlin weitere Projekte und Veranstaltungen in Israel, Großbritannien, den USA und Deutschland geben. Beispielsweise ist den Angaben zufolge im Schloss Glienicke vom 7. bis 9. Mai die Konferenz »80 Jahre Kriegsende - Jüdische Perspektiven auf Neuanfänge nach 1945« geplant. Sie wird von der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Instituts veranstaltet.

Das Institut versteht sich als Forschungsbibliothek und Archiv, das sich der Geschichte des deutschsprachigen Judentums widmet. Es gehört eigenen Angaben zufolge zu den bedeutendsten Sammlungsstätten von Erstquellen und Forschungsmaterial zum jüdischen Leben Zentraleuropas in den Jahrhunderten vor dem Holocaust.

1955 gründeten deutsch-jüdische Emigrantinnen und Emigranten das Institut, unter ihnen der Philosoph Martin Buber und der Publizistin Hannah Arendt. Es entstanden Zentren in New York, London und Jerusalem entstanden. Der Namensgeber des Instituts, der Rabbiner und Schoah-Überlebende Leo Baeck, war der erste Präsident. kna

"Es ist kein Einzelfall, dass jungen Frauen die Kette mit dem Davidstern vom Hals gerissen wird": Ute Cohen

Literatur

Kein Licht im Club der Versehrten

Ute Cohen zeigt in ihrem neuen Roman »Willents Brut« wie die deutschen Dämonen in einer Nachkriegsfamilie zerstörerisch nachwirken

von Stefan Meetschen  25.09.2026

Berlin

Vor 70 Jahren lief »Das Tagebuch der Anne Frank« auf deutschen Bühnen

Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Das gleichnamige Theaterstück polarisierte dagegen

von Nikolas Ender  25.09.2026

Yotam Ottolenghi

Auch einfach lecker

Der israelisch-britische Koch hat sein neues Buch »Simple Too« in Berlin vorgestellt

von Katrin Richter  25.09.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

UEFA Nations League

Wirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israels Stürmer

Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi schnappte sich beim Torjubel im Spiel gegen Österreich die Eckfahne - und wurde daraufhin vom Platz gestellt

 25.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  25.09.2026

Berlin

Iris Berben: Antisemitismus entschieden entgegentreten

In Lesungen, Schulbesuchen oder öffentlichen Diskussionen tritt die Schauspielerin unermüdlich für jüdisches Leben ein. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet - und erhält emotionale Worte von Igor Levit

 25.09.2026

Los Angeles

Rapper Macklemore kündigt »Free Palestine Tour« in Europa an

Wegen israelfeindlicher Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt kündigt er drei europäische Auftritte an

 25.09.2026

TV-Tipp

Jonah Hill in tollem Sportdrama: »Die Kunst zu gewinnen - Moneyball«

Film über ein Baseball-Team aus anderswo aussortierten Spielern

von Jan Lehr  24.09.2026