Yotam Ottolenghi

Auch einfach lecker

Wenn Yotam Ottolenghi ein Rezept aus seinem neuen Kochbuch nennen sollte, das ihm am besten gefiele, dann – er denkt kurz nach – , wären das »Kichererbsen mit Bahrat und Orange«. Denn das Gericht sei nicht nur fast wie ein Confit, sondern auch mit wenig Aufwand zuzubereiten – und es habe intensive Aromen, sagt der Koch und Buchautor der Jüdischen Allgemeinen. Alles in einem Topf, also ganz einfach.

Genau so, also einfach, ist auch der Titel des neuen Buches des israelisch-britischen Kochs, das er am Donnerstagabend bei einem Essen im Berliner Restaurant »Beba« vorstellte. »Vor acht Jahren brachte ich Simple heraus. Darin ging es darum, wie man es schafft, Kochen als etwas Machbares zu betrachten.« Simple Too sei eine Weiterführung von Simple, »aber auch eine Reaktion darauf, wie unser Leben heute aussieht.«

Lesen Sie auch

Die Küche solle kein Ort sein, an dem man sich stresse. In der Küche gehe es schließlich auch ums Entspannen. Und sie sei ein Ort, an dem Menschen aus Vorräten und auch aus ihren Kocherfahrungen schöpfen könnten. Manchmal gehe es einfach auch nur darum, Essen auf den Tisch zu bringen.

Weiße Bohnen und Steak-Salat

Was Yotam Ottolenghi in Berlin auf den Tisch brachte, war eine erwachsene Party aus Aromen, Texturen, Balancen und Frische, die durch einfache (sic!) Produkte gelingt. Wie ein im Ganzen gerösteter Kohlrabi, der weich, süß und erdig schmeckt und in seinem einfachen Wurzelgemüsedasein allen die Show stiehlt. In die Reihe »quiet luxury« reihten sich auch die Weißen Bohnen mit Isot-Biber-Butter und das Kräuter-Sodabrot mit Za’atar ein. Und wer es fleischig mochte, konnte im Steak-Salat sicherlich eine geschmackliche Heimat finden.

Auch mit Blick auf die manchmal größten Kritiker – Kinder – hatte Ottolenghi einen Tipp, den er der Jüdischen Allgemeinen verriet: Gerichte mit Reis gingen immer gut. Und vielleicht auch ein Pasta Pie mit weniger Schärfe. Nudeln, das wissen ja alle, ist ein Garant für zufriedene Kids. Ganz einfach also.

Lesen Sie eine Rezension des Buches »Simple Too« in einer der kommenden Ausgaben der Jüdischen Allgemeinen.

Berlin

Vor 70 Jahren lief »Das Tagebuch der Anne Frank« auf deutschen Bühnen

Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Das gleichnamige Theaterstück polarisierte dagegen

von Nikolas Ender  25.09.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

UEFA Nations League

Wirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israels Stürmer

Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi schnappte sich beim Torjubel im Spiel gegen Österreich die Eckfahne - und wurde daraufhin vom Platz gestellt

 25.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  25.09.2026

Berlin

Iris Berben: Antisemitismus entschieden entgegentreten

In Lesungen, Schulbesuchen oder öffentlichen Diskussionen tritt die Schauspielerin unermüdlich für jüdisches Leben ein. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet - und erhält emotionale Worte von Igor Levit

 25.09.2026

Los Angeles

Rapper Macklemore kündigt »Free Palestine Tour« in Europa an

Wegen israelfeindlicher Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt kündigt er drei europäische Auftritte an

 25.09.2026

TV-Tipp

Jonah Hill in tollem Sportdrama: »Die Kunst zu gewinnen - Moneyball«

Film über ein Baseball-Team aus anderswo aussortierten Spielern

von Jan Lehr  24.09.2026

Engagement

Erstklassig, Digga!

Der Fußballverein Hannover 96 ist nun beim Projekt »Shalom, Digga« in Niedersachsen mit dabei

 24.09.2026

Buchpremiere

Hinter jedem Namen steht ein Schicksal

Was wurde aus den Kindern auf einem Münchner Klassenfoto von 1937? Zwei Historikerinnen haben die Lebenswege der Schülerinnen und Schüler rekonstruiert. Ihr Buch erzählt von Verfolgung, Flucht, Überleben und Erinnerung

von Christiane Laudage  24.09.2026