US-Rapper Macklemore hat nach seinem Ausschluss aus der Tournee des britischen Popstars Ed Sheeran aufgrund von israelfeindlichen Äußerungen nun eigene Konzerte angekündigt. Der 43-jährige Musiker gab am Donnerstag (Ortszeit) eine »Free Palestine Tour« mit drei Auftritten Ende Oktober in Dublin, Paris und London bekannt. Er werde auch noch Termine in den USA und weitere Künstler für die Tour benennen, schrieb Macklemore auf Instagram. Die Konzerteinnahmen sollen »propalästinensischen« Organisationen zufließen.
»Was mir widerfahren ist, ist größer als ein Künstler oder eine Bühne«, führte der Rapper weiter aus. »Wenn die Milliardärs-Klasse entscheiden kann, welche Stimmen auf der Bühne erlaubt sind und welche zu gefährlich sind, um gehört zu werden, dann sollte jeder achtgeben.«
Macklemore hatte vorige Woche mitgeteilt, dass er nach »propalästinensischen« Äußerungen aus dem Vorprogramm von Sheerans restlicher »Loop«-Tour gestrichen worden sei. Daraufhin solidarisierten sich mehrere Musiker mit ihm und sagten ihre Auftritte als Support-Acts von Sheeran ab. Sheeran betonte, der Rausschmiss von Macklemore sei die Entscheidung des Tourveranstalters gewesen, nicht seine.
Bei einem Auftritt in der US-Metropole Philadelphia sagte Sheeran dann, er wolle, dass seine Konzerte sichere Orte für alle seien, er wolle kein Aktivist sein und er wolle seine Fans nicht enttäuschen - »deswegen bin ich heute Abend hier, alleine und mache mit meiner Tour weiter«.
Die Kontroverse habe ihn »in die Mitte eines wichtigen und leidenschaftlichen Streits über die Redefreiheit und das komplexeste politische Thema des Planeten« geworfen, sagte Sheeran weiter. Anschließend verurteilte er sowohl das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel als auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen scharf.
Macklemore, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, äußert sich seit Jahren israelfeindlich - auch auf der Bühne. Dem US-Rapper wird auch immer wieder vorgeworfen, in Auftritten und Liedtexten antisemitische Stereotype zu bedienen, was der Künstler bestreitet. Immer wieder bezeichnet er Israel als Kolonialstaat und verbreitet die Genozid-Lüge über den jüdischen Staat. dpa/ja