Finale

Der Rest der Welt

Bne Akiva, Olé Olé!» Wie bei einer CD mit einem Sprung werden meine armen Ohren von früh bis spät mit diesem melodischen Schlachtruf beschallt. Ab und zu lediglich durch musikalische Schmährufe an die Konkurrenz unterbrochen: «Hanoar Habaita, Pipi Welischon!» und ähnliche Perlen. Seit Tagen sind meine Kinder im Großkampf-Modus. Denn wie jedes Jahr werden die verschiedenen Jugendorganisationen im Stadtpark zum Wettkampf aufeinandertreffen.

Meine Kinder sind zum ersten Mal dabei, darum erzähle ich ihnen lieber nichts von der ununterbrochenen Reihe schmählicher Niederlagen der Bne Akiva – von ungefähr 1950 bis heute. Dass die Kids von der Bne als Loser-Truppe und als Weicheier gehandelt werden, verschweige ich ebenfalls wohlweislich.

Hashomer Hatzair Spätestens am Wettkampftag werden meine Kinder ja selbst die unvorteilhaften Vergleiche ziehen können zwischen den stromlinienförmig geföhnten und durchtrainierten Madrichim der Noar Hazioni, Habonim Dror und Hashomer Hatzair einerseits und ihren eigenen storchenbeinigen, schlecht frisierten Spargeln von Madrichim und Chanichim andererseits.

Der große Tag ist da: festlicher Aufmarsch aller Jugendorganisationen im Antwerpener Stadtpark. Die Jugendlichen sehen schon sehr zackig aus in ihren hautengen, frisch gebügelten Trikots. Die Morgensonne lässt die eingeölten Körper glänzen, während die Truppen einige Aufwärmübungen machen. All das, während das Häufchen der Bne erst einmal seine Sandwiches auspackt und sich seufzend auf einem schattigen Fleckchen niederlässt. Die Noar macht inzwischen anmutig aussehende Dehnübungen. Hashomer Hatzair joggt locker dreimal um den Park. Die Bne schüttelt Kekskrümel aus ihren schmuddeligen Chulzot und packt die Ziehharmonika aus.

Schon bald wehen melancholische Klänge über den Sportplatz. Die Wettkämpfe beginnen! Während die Habonim in ihren strahlendweißen Trikots die ersten Paar Medaillen abräumen und die Bnei Brit Jugendorganisation laut brüllend zu Höchstform aufläuft, ohne auch nur zu schwitzen, wird das kleine Bne-Trüppchen wettbewerbstechnisch in Grund und Boden gestampft. Was aber niemanden zu stören scheint.

SUV Kichernd malen die Chanichim sich gegenseitig Bne-Akiva-Logos aufs Gesicht, machen grinsend Selfies und flechten Gänseblümchenkränze. Gegen Ende der Veranstaltung – um 18 Uhr – fahren einige sehr smarte SUV und glänzende Familienkarossen vor, um ihre medaillenbehängten Schützlinge abzuholen, die schwer an den Trophäen schleppen. Nur bei den Bne geht die Party weiter. Auf dem Sportplatz wird wie jedes Jahr ein illegales Lagerfeuer entfacht, der Rosch holt seine Gitarre raus, und es wird gesungen, bis die Polizei kommt.

Dreckverkrustet, ohne jegliche Medaillen oder Pokale sind meine Kids gegen 20 Uhr wieder zu Hause, und sie haben einige ganz tolle neue Songs gelernt, die sie in Dauerschleife zum Besten geben. Hat irgendjemand vielleicht blau-weiß gestreifte Bne-Akiva-Ohrstöpsel für mich?

Programm

Urbane Ästhetik, cineastische Architektur und späte Aufklärung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 14. Mai

 06.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

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Kino

Am Puls der Zeit

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Boston

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In ihrem neuen Werk »Taipei Story« schreibt sie in wenigen Sätzen über einen fiktiven, israelischen Musiker. Schon dies reicht für einen Sturm der Entrüstung

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Archäologie

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Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

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Auszeichnung

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