Hollywood

Curtis zu Chalamets Opernspruch: Vermächtnis beschädigt

Jamie Lee Curtis Foto: picture alliance / Sipa USA

Timothée Chalamets Äußerungen über Oper und Ballett sorgen kurz vor den Oscars weiter für Wirbel. US-Schauspielerin Jamie Lee Curtis bezeichnete Chalamets Aussagen nun als »dumm«. »Es tut mir leid, dass sie jetzt wohl ein Teil seines Vermächtnisses sein werden«, sagte die 67-Jährige, die 2023 für ihre Nebenrolle in dem Science-Fiction-Film »Everything Everywhere All at Once« einen Oscar gewann, dem US-Branchenblatt »The Hollywood Reporter«. 

»Ich bin sicher, er bereut seinen Kommentar. Du kannst diese Kunstformen nicht einfach unter den Bus werfen. Das geht nicht.« Ihre Tochter tanze schon ihr ganzes Leben lang, unterrichte Tanz und habe eine eigene Tanzakademie, sagte Curtis, die wie Chalamet einen jüdischen Familienhintergrund hat. Laut US-Magazin »People« ist Curtis‘ Adoptivtochter Annie Tanzlehrerin.

Der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli lud den Hollywood-Star indes zu einem seiner Konzerte ein. »Manchmal braucht es nur ein paar Minuten, diese Musik live zu hören, um zu verstehen, warum sie seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt geliebt wird«, sagte der 67-Jährige »People«. »Ich glaube, wir neigen oft dazu, vor Dingen zurückzuschrecken, mit denen wir noch nicht in Berührung gekommen sind.«

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Auch Weimer lud Chalamet ein

Chalamet ist bei den Oscars am Sonntag (MEZ Montag) für seine Rolle als ehrgeiziger Tischtennisspieler in dem Film »Marty Supreme« als bester Hauptdarsteller nominiert. In einer knapp 90-minütigen Gesprächsrunde hatte er sich mit seinem Kollegen Matthew McConaughey (56) unter anderem über die Zukunft der Kinobranche und das Interesse von Zuschauern an Filmen ausgelassen.

In diesem Zusammenhang sagte der 30-Jährige, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle - »Dinge, bei denen man sagt, ‚Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert‘«. Große Opernhäuser, darunter auch die Bayerische Staatsoper, reagierten anschließend mit einer Mischung aus Witz und Kritik auf seine Äußerungen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will den Hollywood-Star mit einem Opernbesuch in Deutschland umstimmen. »Wer Ballett oder Oper nicht hautnah und live erlebt hat, kann auch mal daneben liegen«, sagte Weimer der »Rheinischen Post«. Deutschland sei »quasi Weltmarktführer« bei Orchestern, Opernhäusern und Tanzensembles. dpa/ja

Yotam Ottolenghi

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