Dem historischen jüdischen Leben im sächsischen Zwickau wird eine Ausstellung gewidmet. Anhand von Dokumenten, Fotografien und persönlichen Objekten werden dort ab Freitag Lebensgeschichten erzählt, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Vorgestellt werden Menschen, deren Alltag in Zwickau begann und nach Ausgrenzung, Flucht, Vertreibung und Ermordung in der NS-Zeit zerstört wurde.
Die Ausstellung mit dem Titel »Erinnerns_Wert. Jüdische Spuren in Zwickau« ist bis zum 9. November in den Zwickauer Priesterhäusern zu sehen. Sie dokumentiere das frühere jüdische Leben als eine »begehbare Erinnerung«, hieß es. Lange Zeit sei dieses Kapitel der Stadtgeschichte kaum beachtet worden.
Exponate zum Kaufhaus Schocken
Herzstück der Ausstellung ist den Angaben zufolge eine Torarolle der Zwickauer Gemeinde, die erst 2022 wiederentdeckt wurde. Sie habe die Zeit des Nationalsozialismus überdauert und stehe symbolisch für Kontinuität und Verletzlichkeit, hieß es. Auch Exponate aus dem Umfeld des Kaufhauskonzerns Schocken werden präsentiert.
Jüdisches Leben sei ein fester Bestandteil von Zwickau gewesen, mit einer jüdischen Gemeinde, einer Synagoge und einer Schule, betonte die Stadt. Diese Zeugnisse seien heute nahezu verschwunden.
Zurück blieben »Fragmente, Spuren und Leerstellen im Stadtbild«, hieß es. Für die Ausstellung wurden in einem Schülerprojekt jüdische Lebensgeschichten rekonstruiert. Sie soll auch als Einladung verstanden werden, »genau hinzusehen, auf das, was war, auf das, was fehlt, und auf das, was erinnert werden will«. epd