Zwickau

Ausstellung zu jüdischen Lebensgeschichten

Die sogenannten Priesterhäuser beherbergen die Ausstellung »Erinnerns_Wert. Jüdische Spuren in Zwickau« Foto: picture alliance / imageBROKER

Dem historischen jüdischen Leben im sächsischen Zwickau wird eine Ausstellung gewidmet. Anhand von Dokumenten, Fotografien und persönlichen Objekten werden dort ab Freitag Lebensgeschichten erzählt, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Vorgestellt werden Menschen, deren Alltag in Zwickau begann und nach Ausgrenzung, Flucht, Vertreibung und Ermordung in der NS-Zeit zerstört wurde.

Die Ausstellung mit dem Titel »Erinnerns_Wert. Jüdische Spuren in Zwickau« ist bis zum 9. November in den Zwickauer Priesterhäusern zu sehen. Sie dokumentiere das frühere jüdische Leben als eine »begehbare Erinnerung«, hieß es. Lange Zeit sei dieses Kapitel der Stadtgeschichte kaum beachtet worden.

Exponate zum Kaufhaus Schocken

Herzstück der Ausstellung ist den Angaben zufolge eine Torarolle der Zwickauer Gemeinde, die erst 2022 wiederentdeckt wurde. Sie habe die Zeit des Nationalsozialismus überdauert und stehe symbolisch für Kontinuität und Verletzlichkeit, hieß es. Auch Exponate aus dem Umfeld des Kaufhauskonzerns Schocken werden präsentiert.

Jüdisches Leben sei ein fester Bestandteil von Zwickau gewesen, mit einer jüdischen Gemeinde, einer Synagoge und einer Schule, betonte die Stadt. Diese Zeugnisse seien heute nahezu verschwunden.

Zurück blieben »Fragmente, Spuren und Leerstellen im Stadtbild«, hieß es. Für die Ausstellung wurden in einem Schülerprojekt jüdische Lebensgeschichten rekonstruiert. Sie soll auch als Einladung verstanden werden, »genau hinzusehen, auf das, was war, auf das, was fehlt, und auf das, was erinnert werden will«. epd

Programm

Erinnerung, Entwurzelung, Erläuterung: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 25. Juni bis zum 2. Juli

 24.06.2026

Abschied

Musiker betrauern Clive Davis

Von Barbra Streisand über Carole King bis hin zu Billy Joel und von Earth, Wind & Fire bis Santana: Alle verabschieden sich von dem legendären Produzenten in Trauer und Dankbarkeit

von Imanuel Marcus  24.06.2026

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026