London

Trauer nach Attentat

Bewaffnete Polizisten in der Nähe der London Bridge am Sonntagmorgen Foto: dpa

Bei einem Anschlag in London sind in der Nacht zum Sonntag mindestens sechs Menschen getötet worden. 48 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die drei Angreifer wurden nach Angaben der Polizei durch die Einsatzkräfte getötet. Zuvor waren die Angreifer mit einem Transporter auf der London Bridge in Passanten gefahren. Anschließend attackierten sie am Borough Market, einer beliebten und belebten Gegend in der Nähe der Brücke, Menschen in Restaurants und Bars. Die Täter sollen Sprengstoffgürtel getragen haben, die sich als Attrappen herausstellten.

Die britische Premierministerin Theresa May unterbrach ihren
Wahlkampf. Noch am Sonntagmorgen werde das Sicherheitsgremium Cobra zu einer Sitzung zusammenkommen, teilte die britische Regierung mit. Londons Bürgermeister Sadiq Khan dankte den Sicherheitskräften und sagte, London sei eine der sichersten Städte der Welt. Er verurteile Anschläge wie diesen als »barbarische Attacken«.

Oberrabbiner Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis postete noch in der Nacht auf seiner Facebook-Seite: »Nach einer weiteren Attacke, die vielen Menschen das Leben gekostet hat und viele Familien durch den Terror am Boden zerstört sind, fühlt jeder einzelne wieder das Entsetzen und die Hilflosigkeit.«

Nach Westminster und Manchester hätten die Menschen zusammengestanden, schrieb Mirvis. »Allerdings glauben die Terroristen offenbar, weil es ihnen zuvor nicht gelungen ist, unsere Gemeinschaft zu zerrüten, sie können es – getrieben durch ihre zerstörerische Ideologie des Hasses und der Vorurteile – mit noch mehr Bluvergießen und Morden schaffen. Wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen.«

Die Gesellschaft stehe zu den Werten des Friedens und der Toleranz. »Wir müssen noch fester zu diesen Werten stehen, denn letztendlich sind sie es, die den schrecklichen Terror besiegen werden.«

Gebete Der britische Rabbiner Lord Jonathan Sacks postete auf seiner Website ein Statement und richtete den Familien der Ermordeten sein Beileid aus. In seinen Gebeten sei er bei allen Betroffenen.

»Das Leben ist heilig. Wie wir in der vergangenen Nacht gesehen haben, ist es auch zerbrechlich, sehr zerbrechlich. Mord aus politischen Zwecken im Namen Gottes ist ein Sakrileg – egal, wer dies tut, egal welchem Glauben er sich zugehörig fühlt.«

Der Westen und die ganze Welt hätten noch nie vor einer solchen Herausforderung gestanden wie dieser. Um diese zu bewältigen »müssen wir stark sein und zusammenstehen – egal, welcher Hautfarbe, Kultur oder welchen Glauben«, schrieb Sacks

»Wir müssen gemeinsam für die grundsätzliche Wahrheit einstehen: Keine Seele wurde je durch Hass gerettet. Keine Wahrheit wurde jemals durch gewalt bewiesen. Keine Erlösung wurde je durch einen Heiligen Krieg gebracht. Was Terroristen versuchen zu zerstören, werden wir weiterhin aufbauen: Gemeinschaft, Demokratie, Toleranz, gegenseitiger Respekt und Respekt vor der Heiligkeit des Lebens. Wir werden trauern, aber letzendlich werden wir und die Werte, die London zu einer der großartigsten Städte in dieser Welt machen, gewinnen.«

Sicherheit Das Board of Deputies of British Jews verurteilte die Attentate in einem Statement auf das Schärfste. Alle Menschen – ob gläubig oder nicht – müssten zusammenkommen, um dieses Böse zu bekämpfen, hieß es in der Erklärung.

Der Jewish Representative Council of Greater Manchester and Region twitterte: »Unsere Gedanken sind bei den Londonern, den Hinterbliebenen und den Verletzten.«

Auch das israelische Außenministerium verurteilte das »schreckliche Attentat. Wir stehen an der Seite der Menschen in Großbritannien«, hieß es in dem Tweet.

Die jüdische Sicherheitsorganisation CST (Community Security Trust) rief die Menschen auf, wachsam zu sein und jede verdächtige Aktivität zu melden. (mit epd)

Oscars 2026

Timothée Chalamet muss warten

»Marty Supreme« war der überraschende Verlierer des Abends. Aber nach dem großen Mischpoche-Fest im Vorjahr gab es einen großen und viele kleine Erfolge für die jüdischen Filmfans

von Sophie Albers Ben Chamo  16.03.2026

Karin Prien

»Meine Großmutter war für die Nazis genau so eine Frau«

Die Bildungsministerin begegnet beim Besuch des Holocaust-Museums in Washington der Erinnerung an ihre eigene Familie. Und sie zieht Schlüsse für ihre heutige Aufgabe

 15.03.2026

Rotterdam

Brandanschlag auf Synagoge: Vier Personen festgenommen

Die niederländische Polizei hat am Freitag vier Personen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine Synagoge festgenommen

 14.03.2026

Amsterdam

Explosion an jüdischer Schule

Nach einem nächtlichen Angriff auf eine jüdische Schule betonen Stadt und Regierung: Antisemitismus darf keinen Platz haben. Die Überwachung jüdischer Einrichtungen bleibt verstärkt

 14.03.2026

Rotterdam

Wieder Brandanschlag auf Synagoge - diesmal in Holland

Erneuter Terrorakt gegen die jüdische Gemeinschaft: Am Freitagmorgen wurde am Eingang des Gotteshauses der jüdischen Gemeinde Rotterdam ein Feuer gelegt

 13.03.2026

Michigan

Anschlag auf Synagoge: »Gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«

Der Täter fährt mit einem Fahrzeug in die Synagoge »Temple Israel«. Dort wird er erschossen, bevor er Gemeindemitglieder ermorden kann

 13.03.2026

Trondheim

Vorfall vor Synagoge in Norwegen

Im norwegischen Trondheim drang ein bewaffneter Mann in die Synagoge ein. Die Polizei konnte ihn festnehmen

 13.03.2026 Aktualisiert

Michigan

Antisemitischer Anschlag: Amokläufer fährt mit Truck in Synagoge

Ein Amokläufer hat ein jüdisches Gemeindezentrum angegriffen, in dem sich auch ein Kindergarten befindet. Donald Trump spricht von einer »schrecklichen Sache«

 13.03.2026 Aktualisiert

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  12.03.2026