Militär

Name des schwulen Bürgerrechtlers Harvey Milk von US-Kriegsschiff gestrichen

Die US-Marine hat ein Schiff umbenannt, das den Namen eines 1978 ermordeten schwulen Bürgerrechtlers trug. Das Versorgungsschiff »USNS Harvey Milk« heißt nunmehr »USNS Oscar V. Peterson«. Der Schritt folge aus der Anordnung von Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth, »die Kriegerkultur des Militärs wiederherzustellen«, teilte die Marine mit

Milk (1930–1978) wuchs in einer jüdischen Familie auf, seine Eltern waren aus Litauen eingewandert. Die Historikerin und Autorin Lillian Faderman, die ein Buch über Milk geschrieben hat, sagte in einem Video des Museum of Jewish Heritage, dass Milk sein Judentum nicht durch Religiosität verstanden habe, sondern eher durch Kultur. »Er liebte Jiddishkeit«, sagt Faderman.

Harvey Milk wurde unehrenhaft entlassen.

Während des Koreakrieges diente er mehrere Jahre als Tauchoffizier in der Navy, wurde aber wegen seiner sexuellen Orientierung unehrenhaft entlassen. Später setzte er sich für die Rechte von Homosexuellen ein und wurde in den 1970er-Jahren als erster offen schwuler Politiker in den Stadtrat von San Francisco gewählt. Im November 1978 fielen Milk und der liberale Bürgermeister George Moscone im Rathaus einem Attentäter zum Opfer.

In dem oscarprämierten Film Milk von Regisseur Gus Van Sant porträtiert Sean Penn 2008 den charismatischen Bürgerrechtler. 

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Der neue Namenspatron des Schiffs, Oscar V. Peterson, war im Zweiten Weltkrieg in Asien im Einsatz, wie die Marine mitteilte. Nach einem japanischen Angriff stabilisierte er sein Schiff trotz eigener Verletzungen und half damit, das Überleben von 123 Besatzungsmitgliedern zu sichern. Er selbst erlag seinen Verletzungen wenige Tage nach dem Angriff und erhielt für seinen Einsatz posthum eine Ehrenmedaille. Das Versorgungsschiff kann andere Schiffe der US-Marine auf hoher See mit Treibstoff, Trinkwasser oder Nachschub versorgen. 

Trump und Hegseth sind gegen Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt im Militär, weil sie darin eine Schwächung der Streitkräfte sehen. Im Rahmen ihres Vorgehens dagegen werden auch Stützpunkte und Schiffe umbenannt. dpa/ja

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