Belgien

Steckt der Iran hinter dem Terroranschlag von Lüttich?

Absperrung vor der Lütticher Synagoge nach dem Sprengstoffanschlag am 9. März 2026 Foto: IMAGO/Belga

Im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag auf die Synagoge in der ostbelgischen Stadt Lüttich ist am Mittwoch ein Video aufgetaucht, das darauf hindeutet, dass die Tat einen islamistischen Hintergrund hat.

Der Clip zeigt die Explosion am Eingang des Gotteshauses und die 20 Sekunden, die ihr vorangehen. Die belgischen Ermittler prüfen allerdings noch, ob das Video authentisch ist. Es ist mit Musik unterlegt, enthält ein Logo und Anmerkungen in arabischer Sprache.

Ein separat in den sozialen Medien verbreiteter Text trägt dasselbe Logo wie das Video. Darin kündigt eine Gruppe, die sich »Bewegung der islamischen Rechten« nennt, »den Beginn von militärischen Operationen gegen amerikanische und israelische Interessen weltweit« an.

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Bei der Explosion kurz vor 4 Uhr am Montagfrüh entstand ein beträchtlicher Sachschaden, Menschen wurden aber nicht verletzt. Nach den Tätern, die einem Auto davonfuhren, wird weiter gefahndet.

Der Terrorismusexperte Peter Neumann vermutet, dass der Iran hinter dem Anschlag stecken könnte. Auf X schrieb Neumann: »Ein als authentisch eingestuftes Video der Explosion wurde von einer Gruppe namens Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya (HAYI) veröffentlicht. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen ‚Schattennamen‘. Diese werden häufig von irakisch-schiitischen Milizen genutzt, um Anschläge zu reklamieren, ohne die eigentliche Organisation sichtbar zu machen. In vielen Fällen werden solche Milizen vom Iran gesponsort.«

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Ralph Pais vom Jüdischen Informations- und Dokumentationscentrum in Belgien (JID) sagte: »Die Tatsache, dass sich die Täter sicher genug fühlten, um sich zu filmen und diese Bilder zu veröffentlichen, sagt viel über die aktuelle Situation aus.«

Die Reaktion der Behörden sei viel zu lax, so Pais. »Was wir heute erleben, ist zutiefst beunruhigend: Personen, die mit extremistischen Ideologien in Verbindung stehen, agieren selbstbewusst auf den Straßen Belgiens. Dies zeigt deutlich, dass konkrete Maßnahmen und eine viel stärkere Reaktion der Behörden dringend erforderlich sind.« mth

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