USA

Schuss auf Synagoge

Bild aus Evansville (Indiana): die Old National Events Plaza während des Präsidentschaftswahlkampfs im April 2016 Foto: dpa

In einer Synagoge in Indiana ist durch ein Fenster in den Klassenraum einer jüdischen Sonntagsschule geschossen worden. Wie amerikanische Medien berichteten, wurde das Einschussloch im Fenster am Montagabend im Adath B’Nai Israel Temple in Evansville entdeckt und die Polizei am Morgen darauf verständigt.

Die israelische Zeitung »Haaretz« schrieb am Donnerstag, die Solidarität mit der Gemeinde sei groß. An diesem Freitagabend werde die Synagoge voll sein: Nicht nur die üblichen Beter würden erwartet, sondern auch Christen, Muslime und andere Bürger von Evansville.

Spielplatz »Durch die Gemeinde ging eine Schockwelle. Das ist so außerhalb jeder Norm«, sagte Gemeinderabbiner Gary Mazo der Zeitung. Um den Raum der Hebrew School zu treffen, habe der Schütze offenbar vom Spielplatz aus auf die Rückseite des Gebäudes gezielt. »Wir sind jetzt in einem Klima, in dem überall Akte des Hasses passieren«, wurde der Rabbi vom »Indianapolis Star« zitiert.

Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Hassverbrechens. Das FBI wertet derzeit Bildmaterial der Videokameras auf dem Gelände aus und hofft, den Schützen identifizieren zu können. Sicherheitskräfte werden am Sonntag und auch in den kommenden Wochen präsent sein, wenn die Kinder unterrichtet werden. Außerhalb sollen zusätzliche Videokameras installiert werden. Das FBI hat außerdem angeboten, Lehrer und Synagogenangestellte zu schulen. ag

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  26.06.2026

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026