US-Wahlkampf

Online-Petition gegen Trump

Donald Trump Foto: dpa

Die jüdisch-progressive Vereinigung »Bend the Arc« hat die Republican Jewish Coalition (RJC) in einer Online-Petition dazu aufgefordert, dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump mit sofortiger Wirkung ihre Unterstützung zu entziehen, sollte sich dieser nicht öffentlich von seinen bekennend rassistischen Anhängern distanzieren. Das berichtet die jüdische Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA).

Auslöser für die Petition war ein Tweet Donald Trumps, der die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor Dollarnoten und einem roten Stern – der in seiner Form an einen Davidstern erinnerte – abbildete. Darauf stand: »Der korrupteste Kandidat aller Zeiten«. Das Motiv wurde kurz darauf ausgetauscht, der Stern verschwand.

Hetze Trumps Wahlkampf, heißt es in der Online-Petition, sei bezeichnend für rassistische und antisemitische Hetze. Die RJC unterstützt Trump öffentlich. In einer Pressemitteilung vom 4. Mai beglückwünschte ihn die Vereinigung zu seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat.

»Bend the Arc«, zitiert JTA die Vereinigung, fordert die jüdischen Republikaner auf, dass sie als »einflussreiche jüdische Vereinigung moralisch dazu verpflichtet« sei, Antisemitismus und Rassismus im Trump-Wahlkampf zu unterbinden.

Obwohl amerikanische Juden für ihre mehrheitliche Unterstützung der demokratischen Partei bekannt sind, verzeichnete das Washingtoner Gallup-Institut im Januar 2015 einen Rückgang der Unterstützer von 71 auf 61 Prozent. »Bend the Arc« macht sich bereits seit Herbst 2015 gegen eine Kandidatur Trumps stark. ja

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  30.06.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026