USA

Nominierung von Deborah Lipstadt bestätigt

Die Historikerin Deborah Lipstadt Foto: imago images/ZUMA Wire

Nach mehr als acht Monaten Verzögerung hat ein US-Senatsausschuss die Ernennung von Deborah Lipstadt (75) zur Beauftragten für die Bekämpfung und Überwachung von Antisemitismus bestätigt. In einer nicht öffentlichen Sitzung am Dienstag (Ortszeit) stimmten 13 Senatoren für und neun gegen die Antisemitismus-Forscherin. Auch zwei republikanische Senatoren votierten für die Kandidatin des demokratischen Präsidenten Joe Biden.

verfahren Lipstadts Bestätigungsverfahren hatte sich in die Länge gezogen, da der republikanische Senator aus Wisconsin, Ron Johnson, Einspruch erhoben hatte. Er fühlte sich durch einen Tweet von Lipstadt beleidigt, in dem sie ihm vorhielt, in seinen Kommentaren zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 einer »weißen Vorherrschaft« das Wort zu reden. Lipstadt räumte ein, sich nicht genau genug ausgedrückt zu haben; sie habe ihn nicht persönlich beleidigen wollen.

Das Amt des Antisemitismus-Sonderbeauftragten beim US-Außenministerium besteht seit 2004. Der Kongress hat die Position zuletzt aufgewertet. Darum muss Lipstadt nun vom gesamten Senat bestätigt werden. kna

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026