Großbritannien

Nike hat es »nicht böse gemeint«

»Nie wieder. Bis zum nächsten Jahr« steht auf dem riesigen Nike-Banner. Foto: picture alliance / abaca

Der Sport-Hersteller Nike wird für eine Werbung anlässlich des Marathons in London scharf kritisiert. Das Unternehmen hatte dort am vergangenen Wochenende ein großes rotes Banner mit der schwarzen Aufschrift »Never again. Until next year.« (deutsch: »Nie wieder. Bis nächstes Jahr.«) aufgehängt. »Never again« ist allerdings eng mit dem Gedenken an die Schoa und dem Versprechen verknüpft, dass sich dieses Menschheitsverbrechen nie wiederholen soll. Erst vier Tage vor Marathonbeginn war den Opfern der Schoa gedacht worden.

Dieser Umstand und die Farbgebung des Banners, die einige Menschen an die Farbsymbolik der Nationalsozialisten erinnert, brachte dem Unternehmen massive Kritik ein.

»Verdammt noch mal, Nike?«, schrieb unter anderem der prominente Hedge-Fonds-Manager Bill Ackman in mehreren Posts auf X. »Der Gedanke, dass Nike den Holocaust in einer Welt nach dem 7. Oktober mit einer Hitler-roten Symbolik lächerlich machen würde«, mache ihn sprachlos, schrieb er. Nike müsste es besser wissen. »Da müssen Köpfe rollen«, so seine Forderung.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch der Kolumnist des britischen Magazins »The Spectator«, Jonathan Sacerdoti, ist fassungslos: »Es hätte nur eines einzigen aufmerksamen Auges, einer einzigen Stimme, eines ’sensiblen Lesers‘ bedurft, um einen sanften Einwand zu erheben«, schrieb er. »Hat nicht ein einziger Jude darauf hingewiesen, dass es unangemessen sein könnte? Hat kein einziger Nicht-Jude, der etwas von Geschichte versteht oder sich des heutigen Klimas bewusst ist, darauf hingewiesen? Wenn nicht, warum nicht? War dies Ignoranz, Nachlässigkeit oder eine eiskalte Gleichgültigkeit? Wie auch immer, das Ergebnis ist beleidigend und zutiefst geschmacklos.«

Wie der »Forward« nun meldet, hat Nike sich schriftlich entschuldigt:

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Sportartikel-Gigant verspreche, den Ausdruck »Never Again« in Zukunft nicht mehr zu verwenden, postete »Forward«-Autor Louis Keene auf X. »Wir haben es nicht böse gemeint und entschuldigen uns für alles, was wir verursacht haben«, zitiert die Zeitung die Erklärung von Nike. »Die Londoner Plakate waren Teil einer großen Kampagne mit dem Titel ‚Winning isn’t Comfortable‘ (Gewinnen ist nicht bequem), die auf den Erfahrungen der Läufer aufbaut und die sie motivieren soll, über das hinauszugehen, was sie für möglich halten.«

»Nie wieder« ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs und der Schoa ein feststehender Ausdruck für den Kampf gegen jede Form des Menschenhasses, des Faschismus und des Krieges. Es wird bei Gedenkreden und auf Mahnmalen regelmäßig benutzt und verwendet. sal

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Antisemitismus

»Schade, dass Hitler den Job nicht vollendet hat«

Ein Mann aus Irland äußerte sich bei einer Begegnung mit jüdischen Touristen in einem französischen Supermarkt antisemitisch und drohte dem Paar gar mit Erschießung.

 14.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Italien

Ein Tempel für alle

Über der Biennale in Venedig schwebt eine Synagoge. Was sich die ukrainische Künstlerin Anna Kamyshan dabei dachte und wie sie es geschafft hat

von Sophie Albers Ben Chamo  13.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Familie befürchtet das Schlimmste

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter gibt es neue Details. Unter anderem über die Unterkunft in Wien. In Israel wurde eine Nachrichtensperre erlassen

 12.08.2026 Aktualisiert

Schweiz

Den eigenen Weg gehen

Kollektive Begeisterung macht blind und dumm, ganz gleich, ob sie von rechts oder links kommt, findet Berns Botschafter in Israel. Und liefert literarische und filmische Quellen als Inspiration für das Schwimmen gegen den Strom

von Simon Geissbühler  11.08.2026