Crans-Montana

Nach Brandkatastrophe: Jüdische Schwestern tot

Drama in Crans-Montana: Im Schweizer Skiort entfachte am Neujahrstag ein tödlicher Brand Foto: picture alliance / MAXPPP

Nach der tödlichen Katastrophe in einer Bar im Schweizer Skigebiet Crans-Montana sind mehreren Medien zufolge die Schwestern Alicia (15) und Diana Gonset (14) ums Leben gekommen. Dies bestätigte auch die Jüdische Gemeinde von Lausanne, in der die beiden Teenager Mitglieder waren. Weiterhin vermisst ist die 15-jährige Charlotte Needham, die israelische Staatsbürgerin ist und in der Schweiz lebte.

Insgesamt kamen bei dem Feuer, das in der Silvesternacht gemäß Informationen der Walliser Polizei gegen 1 Uhr 30 am Morgen ausgebrochen war, rund 40 Menschen ums Leben, mindestens 115 weitere wurden verletzt. Die Ursache der Brandexplosion ist nach wie vor unklar und wird weiterhin ermittelt.

Israelisches Team suchte nach drei Vermissten

Zur Unterstützung der Bergungs- und Identifizierungsarbeiten ist die israelische Such- und Rettungsorganisation ZAKA in die Schweiz geflogen. Die Organisation ZAKA hat eigens ein Team aus ihrer internationalen Niederlassung entsandt, um bei der Bergung zu helfen. Ein Sprecher der Organisation hatte gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung erklärt, man suche gezielt nach drei jüdischen Vermissten, stehe jedoch selbstverständlich für die Bergung und Identifizierung aller Opfer zur Verfügung.

ZAKA ist auf Einsätze nach schweren Unglücken, Explosionen und Terroranschlägen spezialisiert. Der letzte Auslandseinsatz der Organisation fand Mitte Dezember 2025 in Australien nach dem Angriff am Bondi Beach statt.

Chabad-Betlokal im gleichen Komplex

Im gleichen Gebäudekomplex, in dem das Feuer ausgebrochen war, befindet sich ein Betlokal von Chabad Lubawitsch. Wie aus Informationen der lokalen jüdischen Gemeinde hervorgeht, blieb der Gebetsraum vom Feuer verschont. Anfänglich gab es laut lokalen Berichten Befürchtungen, dass das Feuer gezielt die jüdische Gemeinde getroffen haben könnte.

Diese Annahmen haben sich jedoch im Laufe des Tages nicht bestätigt. Die Walliser Behörden betonten, dass von einem tragischen Unfall ausgegangen werde. Es sei kein terroristischer oder antisemitischer Hintergrund erkennbar. Der Nobelskiort in den Walliser Bergen ist auch bei jüdischen Touristen aus dem In- und Ausland sehr beliebt.

Staatspräsident Herzog bot Schweiz Unterstützung an

Nach der Tragödie in Crans-Montana rief der israelische Staatspräsident Isaac Herzog den Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin an. Herzog bot den Schweizer Behörden jegliche israelische Unterstützung an, wie dem Post des israelischen Staatspräsidenten auf X zu entnehmen ist. Herzog betonte, dass Israel »über langjährige Erfahrung und fortgeschrittene Fähigkeiten im Auffinden und Identifizieren von Brandopfern sowie in der Behandlung von Brandverletzten« verfüge, die es insbesondere seit dem 7. Oktober bei Notfällen und Katastrophen erworben habe.

Der Schweizer Bundespräsident soll Herzog für den Anruf und das Hilfsangebot gedankt haben. Er unterstrich die Schwere der Ereignisse und schilderte die laufenden Bemühungen der Rettungskräfte und Behörden vor Ort sowie die Unterstützung aus Nachbarländern wie Frankreich und Italien. »Präsident Parmelin merkte an, dass das Schweizer Außenministerium angewiesen wurde, bei Bedarf mit der israelischen Botschaft in der Schweiz in Kontakt zu bleiben«, heißt es im Post Herzogs.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Einige verletzte Personen sollen weiterhin in einem kritischen Zustand sein. In verschiedenen Krankenhäusern der Schweiz, unter anderem in Genf, Lausanne, Bern und Zürich werden derzeit die Opfer der Brandkatastrophe behandelt. Laut der ARD-»Tagesschau« soll zudem eine weitere verletzte Person nach Stuttgart ausgeflogen werden. ja

Für Familien und Angehörige wurde eine Helpline eingerichtet: 0848 112 117.

Schweiz

»Death to Zionism«: Anti-Israel-Demo sorgt in Basel für Unruhe

Ausgerechnet am Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses soll eine Kundgebung stattfinden, bei der die Vernichtung Israels propagiert wird

 20.08.2026

Wien

Sieben Tage vermisst

Das Verschwinden zweier Israelinnen löste eine groß angelegte internationale Suchaktion aus. Die Geschichte aus realer Angst, einer Nachrichtensperre und wilden Gerüchten hat zwei Versionen

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026