London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Polizisten bewachen die iranische Botschaft in London (Januar 2025) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat am Freitag insgesamt zehn Personen festgenommen. Unter den Verhafteten sind auch vier Männer, die im Verdacht der Spionagetätigkeit für die Islamische Republik stehen. Im Auftrag des iranischen Geheimdienstes sollen sie jüdische Einrichtungen in der britischen Hauptstadt ausgespäht haben.

Sechs weitere Personen wurden im Zuge der Polizeiaktion wegen des Verdachts der Beihilfe zu einer Straftat festgenommen. Alle zehn befinden sich im Polizeigewahrsam, wie die Metropolitan Police mitteilte.

Die vier Personen im Alter von 55, 52, 40 und 22 Jahren – ein Iraner und drei Männer mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit – wurden demnach gegen 1 Uhr morgens an drei verschiedenen Orten im Norden der britischen Hauptstadt verhaftet.

»Das Land, auf das sich die Ermittlungen beziehen, ist der Iran«, hieß es in der Pressemitteilung der Metropolitan Police. Helen Flanagan, die Leiterin der Abteilung für Terrorismusbekämpfung, erklärte, die Festnahmen seien im Zuge bereits länger anhaltender Ermittlungen erfolgt. »Wir verstehen, dass die Öffentlichkeit, insbesondere die jüdische Gemeinde, in Sorge sein wird.«

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Weitere Einzelheiten wurden zunächst jedoch nicht bekanntgegeben. Der Community Security Trust (CST) der jüdischen Gemeinschaft Großbritanniens teilte auf X nur knapp mit, man danke der Antiterroreinheit der Polizei, wolle den Fall vorerst aber nicht kommentieren. Der Dachverband der britischen jüdischen Gemeinden, das Board of Deputies of British Jews, äußerte sich ähnlich.

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Auch in Deutschland stehen die Geheimdienste der Islamischen Republik im Verdacht, den Auftrag zur Ausspähung jüdischer und proisraelischer Einrichtungen gegeben zu haben. Vergangenes Jahr ließ die Bundesanwaltschaft in Dänemark einen mutmaßlichen Spion festnehmen, der von den Quds-Brigaden der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) den Auftrag bekommen haben soll, in Berlin Informationen über jüdische Örtlichkeiten und Personen zu sammeln und so mögliche Anschläge vorzubereiten.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nannte die Festnahme damals »ein deutliches Alarmsignal« und »ein letztes Signal an all diejenigen, die den Hass und die Vernichtungsfantasien des Mullah-Regimes gegen Israel und Juden in aller Welt immer noch kleinreden«. mth

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