USA

Fox News löscht nach Protest George-Soros-Karikatur

Protest vor der Fox News-Zentrale in New York im November Foto: imago images/ZUMA Wire

Der konservative US-Fernsehsender »Fox News« hat einen Instagram- und Facebook-Post mit einer Karikatur des jüdischen Mäzens George Soros gelöscht. Darauf war der 93-Jährige Schoa-Überlebende als Strippenzieher von Marionetten karikiert, die Staatsanwälte darstellen sollten. Am Mittwoch hatte die jüdische Organisation Anti-Defamation League Protest gegen die Veröffentlichung des Cartoons eingelegt.

»MANIPULIERT« Die Soros-Figur zieht in der Karikatur an Fäden mit der Aufschrift »$ORO$«. Sie steuert dabei zwei Marionetten, die als Esel dargestellt sind (das Wappentier der Demokratischen Partei in den USA) und Schilder hochzuhalten, auf denen »Defund Police« und »No Bail« zu lesen ist. Damit suggeriert der Zeichner A.F. Branco, dass der den Demokraten nahestehende Soros die Justizpolitik der Demokraten steuere.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Bild vom jüdischen Puppenspieler gilt seit Jahrzehnten als gängiges antisemitisches Motiv. »Fox News« betitelte die Karikatur sowohl auf Instagram als auch auf Facebook mit dem Satz »The puppet master« (»Der Puppenspieler«). Bevor der Post gelöscht wurde, hatte er alleine auf Instagram bereits 16.000 Likes erhalten.

»Wie wir Fox News bereits mehrfach mitgeteilt haben, beschwört die Darstellung einer jüdischen Person als Puppenspieler, der nationale Ereignisse für bösartige Zwecke manipuliert, seit langem bestehende antisemitische Tropen über jüdische Macht herauf und trägt zur Normalisierung des Antisemitismus bei«, twitterte die ADL am Mittwoch.

»UNTERWÜRFIG« Kurz darauf löschte der Sender den Post auf Instagram und Facebook. »Wir sind froh, dass Fox News das Richtige getan und die beleidigende Karikatur entfernt hat«, sagte ADL-Sprecher Jake Hyman gegenüber The Daily Beast. »Wir hoffen, dass sie in Zukunft mehr Vorsicht walten lassen, wenn sie die Verwendung solcher Bilder in Erwägung ziehen.«

Im November hatte der ADL-Geschäftsführer Jonathan Greenblatt die Fox-Moderatorin Lara Logan kritisiert, nachdem sie den Impfexperten Anthony Fauci mit dem Auschwitz-Arzt Josef Mengele verglichen hatte. 2019 stellte »Fox News« die Zusammenarbeit mit dem Juristen und Donald-Trump-Anhänger Joseph diGenova ein, weil dieser antisemitische Theorien über George Soros verbreitet hatte. DiGenova lästerte daraufhin öffentlich, Fox sei Soros unterwürfig und habe Angst vor dem jüdischen Milliardär. mth

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Genf

Ronald Lauder warnt vor Entfremdung zwischen Israel und der Diaspora

»Wir müssen bestehende Risse reparieren, bevor es zu spät ist«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 15.05.2026

Nachruf

Mann mit Prinzipien

Ein halbes Jahrhundert lang stand »Abe« Foxman im Dienst der Anti-Defamation League, die Hälfte davon als ihr Chef. Nun ist der Schoa-Überlebende im Alter von 86 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  14.05.2026

Washington D.C.

Mehr als eine Million Dollar für Schutz jüdischer Einrichtungen in Los Angeles

Das Geld fließt ins Community Security Initiative Program. Das Projekt arbeitet mit jüdischen Einrichtungen zusammen und koordiniert Kontakte zu Sicherheits- und Rettungsbehörden

 12.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Runder Geburtstag

Meister der Linien: Architekt Daniel Libeskind wird 80

Er hat weltberühmte Gebäude entworfen – aber noch nie eines für sich selbst. Für den Architekten ist das gar kein Widerspruch, denn ihn interessiert ja etwas anderes

von Julia Kilian  11.05.2026