Serbien/Frankreich

Elf Serben wegen mutmaßlicher Hassverbrechen verhaftet

Mitte Mai wurde das Pariser Schoa-Mahnmal mit roten Händen beschmiert Foto: IMAGO/ABACAPRESS

In Serbien sind insgesamt elf Personen festgenommen worden, die im Verdacht stehen, in Frankreich Hassverbrechen gegen religiöse Minderheiten begangen zu haben. Ende Mai wurden ein Holocaust-Mahnmal und drei Synagogen in Frankreich mit grüner Farbe beschmiert. Gut zwei Wochen zuvor waren am Mémorial de la Shoah rote Hände angebracht worden. Außerdem wurden vor kurzem vor neun Moscheen im Großraum Paris Schweinsköpfe abgelegt.

Vor einigen Wochen hatte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau den Verdacht geäußert, dass ausländische Kräfte hinter den Vorfällen stecken könnten. Sie hätten dabei »die eindeutige Absicht« verfolgt, »Unruhe innerhalb der Nation zu stiften«. Auch Russland wird offenbar verdächtigt, Drahtzieher der Aktionen zu sein, insbesondere im Zusammenhang mit Farbanschlägen auf das Schoa-Denkmal, auf drei Synagogen und auf ein jüdisches Restaurant in Paris Ende Mai.

Lesen Sie auch

Im Mai hatte die Polizei in Frankreich bereits drei Serben verhaftet. Am Montag teilte nun das serbische Innenministerium in Belgrad mit, dass es sich bei den elf Festgenommenen ebenfalls um serbische Staatsangehörige handele. Sie seien von einem weiteren Verdächtigen angeleitet worden, der »auf Anweisung eines ausländischen Geheimdienstes« gehandelt habe und weiterhin auf der Flucht sei.

Die Staatsangehörigkeit des zwölften Verdächtigen gab das Ministerium nicht preis. Ziel der Aktionen in Frankreich sei es gewesen, Hass zu verbreiten und zur Gewalt gegen Minderheiten aufzustacheln», erklärten die serbischen Behörden. Die Täter hätten ihre Taten fotografisch dokumentiert und die Bilder an Personen außerhalb Frankreichs geschickt. mth

Polen

Rechtsradikaler Politiker schockiert mit israelischer Hakenkreuzfahne

Am Holocaustgedenktag warf Konrad Berkowicz Israel im Sejm vor, das neue Dritte Reich zu sein

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Nordmazedonien

Brandanschlag auf Synagoge in Skopje

Zwei bislang unbekannte Täter verschafften sich Zugang zum Eingangsbereich des Gotteshauses und versuchten, ihn in Brand zu setzen

von Nicole Dreyfus  14.04.2026

Meinung

Israel, Ungarn und die Abwahl Viktor Orbáns

Mit dem langjährigen Ministerpräsidenten hatte der jüdische Staat einen Verbündeten in der EU. Dennoch könnte dessen Abwahl eine Chance sein, das ungarisch-israelische Verhältnis auf eine nachhaltigere Grundlage zu stellen

von Domokos Szabó  14.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Nachruf

Ein Leben, das amtlich nicht vorgesehen war

Mit Robert Kreutner ist einer der letzten Menschen, der 1938 vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger gerettet wurde, gestorben

von Stefan Keller  13.04.2026

Budapest

Nach Wahlsieg: Magyar äußert sich erstmals zu Israel

Ungarns designierter Ministerpräsident will künftig wieder mit dem Internationalen Strafgerichtshof kooperieren. Auch zu möglichen EU-Sanktionen gegen Israel bezog Péter Magyar Stellung

 13.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  12.04.2026 Aktualisiert

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026