USA

Diese zehn Juden stehen auf der »Time«-Liste der 100 wichtigsten Menschen

Natasha Lyonne steht auf der von »Time« veröffentlichten Liste der 100 einflussreichsten Menschen. Foto: picture alliance / Evan Agostini/Invision/AP

Das amerikanische Magazin »Time« identifiziert jedes Jahr die »100 Most Influential People«. Wer die diesjährige Liste der einflussreichsten Menschen auf diesem Planeten durchsieht, wird zehn Juden finden, zusammen mit 90 tonangebenden Nicht-Juden.

In der Rubrik »Ikonen« ist König Charles aufgelistet, aber auch der Autor Salman Rushdie. Unter der Überschrift »Leaders« stehen Namen wie Joe Biden und Cindy McCain, die Witwe des früheren republikanischen Senators John McCain, die als entschiedene Trump-Gegnerin bekannt ist. Ein weiterer Name in dieser Rubrik ist Olaf Scholz.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Künstliche Intelligenz Sam Altman ist einer der zehn Juden, die es auf die »Time«-Liste schafften. Er ist Geschäftsführer von Open AI, einem amerikanischen Labor, das Forschung in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz betreibt. Altman wurde 1985 in Chicago in eine jüdische Familie hineingeboren und ist nach Angaben seines deutsch-amerikanischen Kollegen Peter Thiel »kulturell sehr jüdisch«.

Judy Blume ist Teil der Rubrik »Künstler«. Die vor 85 Jahren in Elizabeth, New Jersey, geborene Autorin konzentriert sich neben Belletristik für Erwachsene auf Kinder- und Jugendliteratur. Einige ihrer Bücher, darunter auch Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret wurden auch auf Deutsch veröffentlicht. In ihren Romanen für Teenager thematisierte sie auch Sexualität und den Tod und wurde im Lauf der Jahre mit Preisen überhäuft.

Blumes Autorenkollege Neil Gainman leistet ihr auf der Liste Gesellschaft. Er ist für Science-Fiction-Romane bekannt, aber auch für den Comic The Sandman. Eine neue Netflix-Serie basiert darauf. Der nächste jüdische Künstler in dem Ranking ist der Comedian Nathan Fielder, der mit seinen Mitteln auch Judenhass und Holocaustleugnung behandelt.

Multitalent Mit Natasha Lyonne ist eine weitere jüdische Schriftstellerin vertreten, die allerdings auch als Regisseurin und Schauspielerin tätig ist. Ihre Netflix-Serie Russian Doll ist populär, ebenso wie das Komödien-Drama Orange is the New Black, in dem sie mitspielte. Mehrfach wurde sie für Emmy Awards nominiert. Das in New York City geborene Multitalent ist 44 Jahre alt.

Auch die 28-jährige Rapperin Doja Cat, die als Amala Ratna Zandile Dlamini geboren wurde, steht auf der »Time«-Liste. Erst vor wenigen Jahren wurde ihre Musik populär. Die Songs der Ausnahmeerscheinung tragen unkonventionelle Titel wie »Purrr!« oder »Mooo!«. Ihre Mutter ist eine jüdische Designerin, ihr Vater ein südafrikanischer Zulu, der ebenfalls als Performer tätig ist.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bob Iger ist seit dem vergangenen Jahr zum zweiten Mal CEO beim Entertainment-Giganten The Walt Disney Company. Zuvor war der Geschäftsmann Präsident des Fernseh-Netzwerks ABC. Igers wurde vor 72 Jahren Sohn jüdischer Eltern aus Brooklyn, New York. Sein Vater kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Marinesoldat gegen Nazi-Deutschland.

Finanzministerin Eine weitere einflussreiche Jüdin auf der »Time«-Liste ist Janet Yellen, die Finanzministerin der Vereinigten Staaten von Amerika. Die 76-Jährige wird schon seit der Präsidentschaft von Bill Clinton in wichtigen Positionen eingesetzt. Damals leitete sie den Federal Reserve Board of Governors.

Barack Obama gab ihr dieselbe Position erneut, bevor sie innerhalb der Federal Reserve weiter aufstieg und schließlich Ministerin wurde. Yellens Eltern waren polnische Juden, die ebenfalls in Brooklyn lebten.

Mit Deborah Lipstadt steht eine erfahrene Diplomatin mit einer äußerst wichtigen Aufgabe auf der Liste. Seit einem Jahr ist sie als US-Sondergesandte für die Beobachtung und Bekämpfung des Antisemitismus tätig. Als Autorin hat sie mehrere Bücher über Judenhass veröffentlicht. Seit 1993 ist die 76-jährige Professorin für Moderne Jüdische Geschichte und Holocaustforschung an der Emory Universität in Atlanta.

Der zehnte Jude auf der »Time«-Liste ist Evan Gershkovich, ein Reporter für das »Wall Street Journal«, der im März in Russland verhaftet wurde. Die dortigen Behörden werfen ihm Spionage vor. Im US-Außenministerium hieß es, der Fall sei »Teil von Russlands Kampf gegen die Wahrheit«. Die Regierung in Washington setzt sich für eine Freilassung des 32-jährigen Journalisten ein.

Die gesamte »Time«-Liste der einflussreichsten Menschen ist hier einsehbar.

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026