Tschechien

Der letzte Zeuge

Am Dienstagabend starb Adolf Burger im Alter von 99 Jahren in Prag. Foto: dpa

Adolf Burger, einer der letzten Zeitzeugen der NS-Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, ist tot. Wie tschechische Medien berichteten, starb er am Dienstagabend im Alter von 99 Jahren in Prag. Auf seinen Erinnerungen beruht der Oscar-prämierte deutsch-österreichische Spielfilm Die Fälscher (2007). Darin wird Adolf Burger von dem deutschen Schauspieler August Diehl gespielt.

»Aktion Bernhard« Burger, ein gelernter Buchdrucker aus einem Bergdorf nahe der Hohen Tatra, wurde mit anderen jüdischen Häftlingen in Sachsenhausen von den Nazis gezwungen, Millionen Pfund- und Dollar-Scheine zu fälschen. Die Wirtschaft der »Feindstaaten« sollte durch den massenhaften Einsatz falscher Banknoten zerrüttet werden. Neben Geld wurden im Rahmen der sogenannten Aktion Bernhard auch Pässe und ausländische Soldbücher hergestellt, mit denen man deutsche Spione ausstattete. Heimlich gelang es den Häftlingen, die Nazi-Aktion zu sabotieren. Über all das schrieb Adolf Burger später in seinem Buch Des Teufels Werkstatt (1999).

Amerikanische Truppen befreiten Burger im Frühjahr 1945. Seine Frau Gisela und seine Eltern überlebten die Schoa nicht. Sie wurden ermordet. ja

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026