Ehrung

Bundespräsident Steinmeier gratuliert Blumenthal zum 100. Geburtstag

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: picture alliance/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin und ehemaligen US-Finanzminister W. Michael Blumenthal zum 100. Geburtstag an diesem Samstag gratuliert. »Stets war es Ihr Anliegen, aufzuzeigen, wie tief Jüdinnen und Juden über die Jahrhunderte in Deutschland verwurzelt waren und welchen großen Beitrag sie zu dessen Entwicklung und Aufstieg zu einer modernen Nation geleistet hatten«, heißt es in Steinmeiers Glückwunschschreiben. Zugleich treibe Blumenthal bis heute die Frage um, wie und warum Anfeindung, Ausgrenzung und Verfolgung von Juden geschehen können.

Mit dem Jüdischen Museum habe er vor fast 25 Jahren den Grundstein für einen lebendigen Ort des Dialogs und der Reflexion über jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland gelegt, so der Bundespräsident. Dabei seien nicht nur Blumenthals vielfältige Erfahrungen in den USA eingeflossen sowie sein Humor und Sinn für Ironie, sondern vor allem seine eigene Lebensgeschichte und die seiner jüdischen Familie.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) würdigte Blumenthal als engen und guten Freund der Stadt. Mit seinem Lebensweg und seinem Wirken sei Blumenthal ein herausragender Botschafter Berlins, erklärte Wegner am Freitag. Unter seiner Führung sei das Jüdische Museum zu einer der bedeutendsten Kultureinrichtungen der Stadt und zu einem Leuchtturm jüdischen Lebens in Deutschland geworden. Wegner hatte bereits am 1. Dezember vergangenen Jahres zu Ehren des Jubilars im Roten Rathaus ein Essen gegeben.

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Bittere Erfahrungen in Deutschland

Steinmeier erinnerte daran, dass Blumenthals Vater, der im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland gekämpft hatte, 1938 im Konzentrationslager Buchenwald interniert und das Berliner Geschäft der Familie in den Novemberpogromen im selben Jahr zerstört wurde. »Trotz Ihrer bitteren Erfahrungen haben Sie Deutschland nie den Rücken gekehrt und Berlin reich beschenkt, wenn auch die USA Ihnen neue Heimat wurden. Immer wieder kehren Sie hierher zurück - Sie sind ein großartiger Botschafter der deutsch-amerikanischen Verständigung«, so Steinmeier.

Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg nördlich von Berlin geboren. 1939 flüchtete er mit seiner Familie nach Shanghai, 1947 konnte er in die USA einwandern. Dort arbeitete er unter anderem als Wirtschaftsprofessor, Manager, Berater in Politik und Finanzwesen und war ab 1977 Finanzminister für Präsident Jimmy Carter. Blumenthal stand von 1997 bis 2014 an der Spitze des Jüdischen Museums Berlin. kna/epd

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