Ukraine-Krieg

Bericht: Zwei russische Stars bleiben vorerst in Israel

Pugatschowa (72) und Galkin (45) sind seit elf Jahren miteinander verheiratet. Foto: IMAGO/ITAR-TASS

Ukraine-Krieg

Bericht: Zwei russische Stars bleiben vorerst in Israel

Alla Pugatschowa und Maxim Galkin haben Anfang März das Land verlassen

 25.03.2022 16:48 Uhr

Ein in seiner Heimat prominentes russisches Künstlerehepaar hat sich offenbar nach Israel abgesetzt. Alla Pugatschowa, die seit vier Jahrzehnten mit Hits wie »Millionen scharlachroter Rosen« und »Liebe wie ein Traum« in Russland bekannt ist, und ihr jüdischer Mann, der Komiker und Fernsehmoderator Maxim Galkin, befänden sich zusammen mit ihren beiden Kindern in Israel, berichteten Medien.

Bislang sei aber nicht klar, ob die Familie dauerhaft in Israel bleiben wolle, schrieb die Zeitung »Haaretz«. Der 45-jährige Galkin hat im Juni mehrere Bühnenauftritte dort geplant. Ob er überhaupt nach Russland zurück kann, ist unklar. Am Tag des russischen Einmarschs in die Ukraine hatte er auf seinem Instagram-Account die Sätze gepostet: »Es gibt keine Rechtfertigung für einen Krieg! Nein zum Krieg!« Solche Aussagen gelten in Russland mittlerweile als Straftat, die mit langen Haftstrafen geahndet werden können.

POPIKONE Pugatschowa postete ihrerseits auf Instagram ein Video, das zunächst den bekannten russisch-orthodoxen Priester Andrei Tkatschew bei einer Tirade gegen die Sängerin zeigt. »Pugatschowa hat Russland für immer verlassen! Gott, wie lange habe ich darauf gewartet!« Später in dem Clip wendet sich Pugatschowa an den Priester und sagt: »Deine Freude kommt zu früh, Androjoscha. Ein Urlaub und eine medizinische Behandlung gelten nicht als Auswanderung. Ich werde zurückkehren, und wir werden die Dinge klären. Ich werde in deine Kirche gehen und für dich beten, du Gotteslästerer.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Pugatschowa wurde zu einer Ikone der russischen Popmusik. Die 1949 in Moskau geborene Frau kämpfte in Zeiten der Sowjetunion für eine liberalere Kulturpolitik und nahm später zahlreiche junge Künstler unter ihre Fittiche. 1991 wurde sie zur »Volkskünstlerin der Sowjetunion« ernannt, der höchsten staatlichen Auszeichnung, die dort ein Künstler erhalten konnte.

TV-PROMINENZ Auch über die Länder des damaligen Ostblocks hinaus brachte sie es zu Bekanntheit – auch, weil sie einige ihrer Songs auf Englisch einspielte. Mehr als 500 Stücke von ihr sind zwischenzeitlich ins Englische und Hebräische übertragen worden. 1997 nahm Pugatschowa für Russland am Eurovision Song Contest teil.

Maxim Galkin ist ihr fünfter Ehemann, ihre beiden gemeinsamen Kinder wurden von einer Leihmutter ausgetragen. Die beiden heirateten im Jahr 2011, als Galkin selbst bereits ein Star war. Jahrelang moderierte er die russischen Versionen von Wer wird Millionär? und Strictly come dancing.

Seit 2016 präsentieren Galkin und seine Frau zusammen im TV eine populäre Talentshow für Kinder. Als einer der ganz wenigen Künstler in Russland imitiert Maxim Galkin gelegentlich auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin. mth

Wien

Sieben Tage vermisst

Das Verschwinden zweier Israelinnen löste eine groß angelegte internationale Suchaktion aus. Die Geschichte aus realer Angst, einer Nachrichtensperre und wilden Gerüchten hat zwei Versionen

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026