Belgien

Argerich, Maisky, Schiff empört über Gent-Festival

Martha Argerich und Mischa Maisky bei einem Konzert im Münchner Prinzregententheater 2008 Foto: IMAGO/Michel Neumeister

Prominente jüdische Musiker wie die Pianisten Martha Argerich und András Schiff sowie die Cellisten Mischa Maisky, Steven Isserlis und Alissa Weilerstein haben sich empört gezeigt über die Entscheidung des Flandern-Festivals in Gent, ein Konzert der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Dirigenten Lahav Shani am 18. September abzusagen.

Die Veranstalter in der belgischen Stadt hatten am Mittwoch zur Begründung angegeben, Shani habe sich als Israeli nicht »vom genozidalen Regime in Tel Aviv« distanziert. Gemeint war damit offenbar die israelische Regierung.

Argerich und andere Musiker unterzeichneten am Donnerstag eine Online-Petition, die vom Cembalisten Mahan Esfahani initiiert wurde und innerhalb von wenigen Stunden fast 1000 Unterschriften erhielt. »Wir fordern, dass diese Entscheidung umgehend rückgängig gemacht wird und dass die Werte des Dialogs und der Offenheit gewahrt bleiben«, heißt es in der Petition der Künstler.

Lesen Sie auch

Die Entscheidung der Organisatoren, die Münchner Philharmoniker nicht in der Bavo-Kathedrale von Gent auftreten zu lassen, trage »nichts dazu bei, auch nur ein einziges palästinensisches Leben zu retten, eine einzige Geisel nach Hause zu bringen oder das unerträgliche Leiden der Zivilbevölkerung, das derzeit in diesem Konflikt stattfindet, zu lindern.« Vielmehr werde sie nur bei jenen auf Zustimmung stoßen, die die israelische Staatsangehörigkeit des Dirigenten als Vorwand nähmen, um ihn aus dem Kulturbetrieb auszuschließen.

Die gebürtige Argentinierin Argerich (84) und der in Riga geborene Maisky (77) leben seit vielen Jahren in Belgien. mth

Schweiz

»Death to Zionism«: Anti-Israel-Demo sorgt in Basel für Unruhe

Ausgerechnet am Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses soll eine Kundgebung stattfinden, bei der die Vernichtung Israels propagiert wird

 20.08.2026

Wien

Sieben Tage vermisst

Das Verschwinden zweier Israelinnen löste eine groß angelegte internationale Suchaktion aus. Die Geschichte aus realer Angst, einer Nachrichtensperre und wilden Gerüchten hat zwei Versionen

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026