EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Buenos Aires

Argentinien: Richter ordnet Prozess wegen Terroranschlags von 1994 an

Kurz nach dem Terroranschlag auf das AMIA-Gemeindezentrum im Juli 1994 suchen Helfer nach Überlebenden. Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

Mehr als 30 Jahre nach dem schwersten Anschlag in der Geschichte Argentiniens wird gegen mehrere flüchtige Verdächtige, darunter iranische Funktionäre, ein Prozess eröffnet. Wie Justizminister Juan Bautista Mahiques mitteilte, beschloss ein Richter, acht mutmaßlich Beteiligte vor Gericht zu stellen. Am 18. Juli 1994 waren bei einem Attentat auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires 85 Menschen durch eine Autobombenexplosion ums Leben gekommen.

Nach Einschätzung der argentinischen Justiz verübte die Terrororganisation Hisbollah den Anschlag auf Anweisung der iranischen Regierung. Der zuständige Bundesrichter Daniel Rafecas begründete auf 600 Seiten, weshalb er bei den Verdächtigen einen hinreichenden Tatverdacht als gegeben ansieht, wie die Zeitung »La Nación« unter Berufung auf Justizkreise berichtete. Der Richter stufte die Tat als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Das mündliche Verfahren soll in Abwesenheit der Verdächtigen stattfinden.

Lesen Sie auch

Der Richterbeschluss stelle einen »Meilenstein im Kampf gegen die Straffreiheit« dar, schrieb der argentinische Justizminister auf der Plattform X. Staatspräsident Javier Milei, enger Verbündeter Israels, begrüßte die Entscheidung. »Moral als Staatsdoktrin« werde dadurch verwirklicht, schrieb er als direkte Reaktion auf den Post seines Justizministers auf X.

Laut Justizminister soll sieben Iranern und einem Libanesen der Prozess gemacht werden. Zu den beschuldigten Personen gehören laut »La Nación« iranische Funktionäre wie der aktuelle Chef der Revolutionsgarde Ahmad Wahidi, der heutige Sicherheitskoordinator Mohsen Resai, der einstige Ex-Geheimdienstminister Ali Fallahian und der ehemalige Außenminister Ali Akbar Welajati. Der Richter ordnete nach Angaben des Justizministeriums gegen alle Beteiligte die Beschlagnahme von Vermögenswerten in Höhe von umgerechnet je 435 Millionen Euro an.

In Argentinien war im vorigen Jahr ein neues Gesetz verabschiedet worden, das es ermöglicht, Strafverfahren gegen Angeklagte in Abwesenheit zu führen. im

Showbiz

Noah Wyle ist der »Sexiest Man Alive«, meint das »People«-Magazin

Der »The Pitt«-Star darf sich über den Titel freuen, der einst auch Harrison Ford schmückte. Seine Kinder sticheln schon, sagt Wyle

 28.10.2026

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026