Michigan

Antisemitischer Anschlag: Amokläufer fährt mit Truck in Synagoge

Einsatzkräfte in der Nähe des Tatorts im Nordwesten von Detroit Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein bewaffneter Angreifer hat im US-Bundesstaat Michigan eine Synagoge attackiert, in der sich auch ein Kindergarten befindet. Der Mann fuhr am Donnerstagmittag (Ortszeit) mit einem Fahrzeug in das Gebäude der Gemeinde »Temple Israel« in West Bloomfield nördlich von Detroit und löste einen Großeinsatz der Polizei aus.

Nach Angaben der Behörden steuerte der Täter den Wagen gegen 12.30 Uhr durch die Eingangstüren der Synagoge. Sheriff Michael Bouchard erklärte, das Fahrzeug habe sich anschließend »gezielt durch den Flur des Gebäudes bewegt«. Dabei wurde ein Sicherheitsmitarbeiter der Gemeinde von dem Wagen erfasst und verletzt.

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Sicherheitskräfte eröffneten daraufhin das Feuer auf den Angreifer. Der Mann wurde am Tatort erschossen, bevor er weitere Menschen angreifen konnte. Unklar blieb zunächst, ob der Täter selbst geschossen hatte. Medienberichten zufolge könnte er ein Gewehr bei sich getragen haben.

Das Fahrzeug geriet nach dem Eindringen in das Gebäude in Brand. Über dem Synagogenkomplex war zeitweise schwarzer Rauch zu sehen, während zahlreiche Polizeifahrzeuge, Feuerwehrleute und Rettungskräfte zum Einsatzort eilten.

In der Synagoge befindet sich auch eine jüdische Vorschule. Nach Angaben der Gemeinde konnten alle Kinder und Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. In einer Stellungnahme teilte die Einrichtung mit: »Alle 140 Schüler unseres Early Childhood Center, unsere großartigen Mitarbeiter, unsere mutigen Lehrer und unsere heldenhaften Sicherheitskräfte sind alle erfasst und in Sicherheit.«

Angreifer kommt aus dem Libanon

Der verletzte Sicherheitsmitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Während der Löscharbeiten und der Sicherung des Gebäudes mussten zudem rund 30 Einsatzkräfte wegen Rauchvergiftungen medizinisch behandelt werden.

Die Ermittler durchsuchten das Gelände anschließend nach möglichen Sprengsätzen. Anwohner in der Umgebung wurden zeitweise aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und sich vom Tatort fernzuhalten, bis die Polizei das Gebiet vollständig überprüft hatte.

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Der Angreifer wurde von den Behörden als der 41-jährige Ayman Mohammed Ghazali identifiziert. Er wurde im Libanon geboren, kam 2011 in die Vereinigten Staaten und erhielt 2016 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Medienberichten zufolge sollen mehrere seiner Verwandten im Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hisbollah ums Leben gekommen sein.

»Schreckliche Sache«

Das FBI teilte mit, man untersuche den Vorfall als »gezielten Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«. Auch die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, verurteilte den Angriff und sprach von einem antisemitischen Gewaltverbrechen.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Tat als »eine schreckliche Sache« und kündigte an: »Wir werden der Sache auf den Grund gehen.«

Nach dem Angriff verstärkten Polizeibehörden in mehreren amerikanischen Städten, darunter New York und Los Angeles, den Schutz von Synagogen, jüdischen Schulen und kulturellen Einrichtungen. Vertreter jüdischer Organisationen erklärten, viele Gemeinden hätten ihre Sicherheitsmaßnahmen bereits zuvor erhöht, weil antisemitische Vorfälle in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen hätten. mth/im

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