Älteste Schoa-Überlebende

Mollie Horwitz wird 110 - oder gar 113

Malka »Mollie« Horwitz wird am Sonntag 110 Jahre alt. Oder 113! Sie lebt in Miami Beach und ist seit über 12 Jahren Klientin der Jewish Community Services of South Florida (JCS), wo sie im Rahmen des Holocaust Survivor Assistance Program mitfühlende häusliche Pflege, Lebensmittelhilfe und Fallmanagement erhält. Foto: JaimeSN Photography / Jewish Community Services of South Florida (JCS)

Malka »Mollie« Horwitz, die wahrscheinlich älteste Überlebende des Holocausts, wird nach eigenen Angaben am Sonntag 110 Jahre alt. Damit zählt sie zu den sogenannten »Supercentenarians«, also zu den Menschen, die nachgewiesenermaßen 110 Jahre oder älter sind.

Dazu gehören laut der Gerontology Research Group, einer international tätigen Vereinigung von Altersforschern, etwas mehr als 200 Menschen weltweit. Die Vereinigung überprüft die Angaben der hochbetagten Menschen.

Schon drei Jahre früher geboren?

Im Fall von Mollie Horwitz haben die Fachleute Ende Januar herausgefunden, dass sie entgegen eigener Angaben wohl schon 1913 geboren wurde, also jetzt sogar schon 113 Jahre alt wird. Nach Erkenntnissen der Forscher weist die früheste verfügbare Quelle darauf hin, dass Mollie Horwitz sogar vor 1913 geboren sein könnte. Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass 1913 das wahrscheinlichste Geburtsjahr ist. Sie vermuten, dass sich Mollie Horwitz nach ihrer Ankunft in den USA um drei Jahre jünger gemacht hat.

Sie lebt seit mittlerweile über 60 Jahren in Florida, aktuell im Großraum Miami. Geboren als Malka Godur im März 1916 in Litauen, das damals noch zum russischen Zarenreich gehörte, verbrachte sie vier Jahre im Ghetto von Vilna (Vilnius), nachdem die Deutschen das Land besetzt hatten. Sie verlor ihren Ehemann, ihre Eltern und musste sich aus Sicherheitsgründen von ihrem kleinen Sohn trennen. Nach dem Krieg gelang es ihnen trotz aller Widrigkeiten, wieder zusammenzufinden, und sie gingen nach Kuba, bevor sie Anfang der 1960er Jahre in die USA auswanderten.

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