Nachrichten

Zahlen, Sänger, Graffiti

Yigal Bashan (1950–2018) Foto: Flash 90

Zahlen
Touristen aus aller Welt strömen wieder vermehrt ins Heilige Land, und die Branche freut sich. Tourismusminister Yariv Levin sagte dazu: »Der November war ein absoluter Rekordmonat, der uns weiter in Richtung einer Jahresendstatistik führt, die wir so nicht erwartet haben. Wir gehen jetzt davon aus, dass wir die Viermillionengrenze erreichen. Und das wären die meisten Besucher aller Zeiten.« Jerusalem ist dabei die Stadt mit der höchsten Steigerungsrate. Im Vergleich zum Vorjahr werden hier 40 Prozent mehr Gäste erwartet. »Es ist ein direkter Effekt unserer Marketing-Aktivitäten«, meint Levin. »Wir haben es durch harte Arbeit und intensive Aktionen erreicht.«

Vorwurf
Die »Washington Post« berichtete in der vergangenen Woche, dass die israelische Regierung dem Verkauf eines Cyper-Spionageprogramms an Saudi-Arabien zugestimmt hat. Dies sei geschehen, um einen »mächtigen arabischen Verbündeten aufzubauen«, so die Zeitung. Das technologische Werkzeug, ein Trojaner, der Mobiltelefone hackt, ist von der lokalen Firma NSO Group entwickelt worden. Es sei im Mordfall des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi benutzt worden, heißt es weiter. Der wurde vor einigen Wochen in der Landesvertretung in Istanbul wahrscheinlich im Auftrag des Kronprinzen Mohammed Bin-Salman ermordet. Der Artikel zitiert mehrere Quellen, die besagen, dass Offizielle aus Riad in Israel Cybertechnologien eingekauft hätten. Ein Dissident aus Riad und Freund von Khashoggi, Omar Abdulazziz, verklagt NSO jetzt wegen Verletzung der Privatsphäre. Sein Telefon sei wegen der Kommunikation mit Khashoggi gehackt worden. Die israelische Firma nennt die Vorwürfe »absurd«.

Sänger
Er sang einige der Lieder, die jeder Israeli mitsummen kann. »Sivan« ist eines davon. Am Sonntag ist seine Stimme für immer verstummt. Der bekannte Künstler Yigal Bashan starb mit 68 Jahren in seinem Haus in Tel Aviv. »Seine Stimme wird uns noch viele Jahre begleiten«, schrieb Premierminister Benjamin Netanjahu nach dem Tod des Sängers, Songwriters und Schauspielers. »Denn er ist untrennbar mit Israels Soundtrack verbunden.« Bashans Karriere umspannte mehr als vier Jahrzehnte, er veröffentlichte Dutzende LPs und war auch als Schauspieler oft auf den Bühnen des Landes und in verschiedenen Kindersendungen zu sehen. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Seine Familie beschreibt ihn als »warmherzigen und beliebten Familienmenschen, kreativen Mann und Künstler«.

Graffiti
Die Brüder Christoph und Florian Schmidt aus Berlin, besser bekannt als das Streetart-Duo »LOW BROS«, sind in Israel. Sie gestalteten während ihres Besuches eine Außenwand des Zentrums Bikurei Ha’itim, das sich im Besitz der Reality-Stiftung befindet. Unterstützt wurden sie von Nachwuchskünstlern aus der benachbarten Kunstschule Arison Campus, die in einem Workshop Graffiti-Techniken lernten und Teile des Wandbildes gestalteten. Das Projekt findet in Kooperation mit der Stadt, dem Zentrum Bikurei Ha’itim und der Reality-Stiftung statt. Der Besuch der LOW BROS ist Teil der Kulturprojekte der Deutschen Botschaft Tel Aviv anlässlich des 70. Jubiläums der Gründung Israels. Seit 2011 erschaffen die LOW BROS farbenfrohe Bildwelten auf Häuserfassaden und Leinwänden. Ihre Malereien, Skulpturen und Multimediaprojekte sind in der ganzen Welt zu sehen.

Chance
Die israelische Armee öffnet ihre Türen noch weiter. Jetzt werden zum ersten Mal Rekruten angenommen, die eine Krebskrankheit hinter sich haben oder HIV-positiv sind. Die jungen Menschen, die Krebs überlebt haben, müssen nachweisen, dass sie seit mindestens fünf Jahren gesund sind. Die neuen Richtlinien greifen ab Januar 2019. Das höchste Gesundheitsprofil der Armee ist 97 von 100 Punkten, das niedrigste 21 aufgrund von verschiedenen physischen oder psychischen Einschränkungen. Allerdings können teilweise auch Menschen mit einem Profil von 21 oder niedriger freiwillig in den Streitkräften dienen. Die Reform ist das Ergebnis einer zweijährigen Kampagne der Armee. Die israelische AIDS-Taskforce hieß die Änderungen willkommen und nannte sie »einen Schritt in die richtige Richtung, der das Stigma eindämmt, dem die Betroffenen oft ausgesetzt sind«.

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026

Nachrichten

Spion, Angst, Straße

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  26.08.2026

Jerusalem

Mann, der Nonne angriff, muss in Psychiatrie

Christen in Jerusalem werden immer wieder angefeindet. Nach einem Angriff auf eine Nonne im April kam ein Gericht nun aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte

 26.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 26.08.2026 Aktualisiert

Wissenschaft

Zwei israelische Unis unter den besten der Welt

Das Weizmann Institute of Science in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem schafften es in die Top 100

 26.08.2026

Kommentar

Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 26.08.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt vor Stimmenverlusten im rechten Lager

»Bei dieser Wahl zählt jede Stimme. Verschwenden Sie Ihre Stimme nicht an kleine Parteien«, sagt der Ministerpräsident. Den Grund für diese Warnung liefern die jüngsten Umfragen und die Geschichte

 26.08.2026

Nir Oz

Herzog: Sorgen der Bewohner an der Gaza-Grenze dürfen nicht unterschätzt werden

»Der Staat Israel ist hier, beobachtet, ist wachsam und verteidigt«, sagt der Präsident in einem der Kibbuzim, die am 7. Oktober 2023 attackiert wurden

 26.08.2026