#IL50D

»Wir wollen positive Aspekte setzen«

Anna Sarholz Foto: Uwe Steinert

#IL50D

»Wir wollen positive Aspekte setzen«

Anna Sarholz über die Israelreise von Turbine Potsdam, Frauenfußball und einen vollen Terminkalender

von Katrin Richter  18.01.2015 22:37 Uhr

Frau Sarholz, Sie sind am Sonntag mit Ihrem Team nach Israel geflogen und werden dort eine Woche verbringen. Was erwarten Sie von der Reise?
Aus rein sportlicher Sicht hoffen wir natürlich, dass wir gerade für die Fußballerinnen in Israel etwas bewegen können – dass es eine größere Aufmerksamkeit gibt und der Sport im Land etwas vorangetrieben wird. Das liegt uns sehr am Herzen. Und dann ist für uns natürlich interessant, eine andere Kultur kennenzulernen. Einige von uns waren schon im Rahmen der Europameisterschaft in Jerusalem, haben viel Positives erzählt und waren außerordentlich beeindruckt. Ich hoffe natürlich, dass das auch auf unserer Reise so sein wird. Ich selbst bin aufgeregt und freue mich, dass ich die Möglichkeit habe mitzufahren.

Wie steht es denn um den Frauenfußball in Israel?

Zumindest Deutschland ist, was den Frauenfußball angeht, ein sehr revolutionäres Land. In anderen Ländern wird diese Disziplin leider nicht ausreichend gefordert und gefördert. Ich hoffe, dass man nun einen Schritt in die Richtung macht, sodass die Menschen darauf aufmerksam werden, dass es Frauenfußball gibt.

Turbine Potsdam spielt am Dienstag gegen die israelische Frauen-Nationalmannschaft U19. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Für uns ist es ein ganz normales Spiel. Wir stecken gerade mitten in der Hallensaison und in der Vorbereitung für die Rückrunde. Diese Spiele kommen uns eigentlich immer gelegen, auch, um uns auf die neue Saison vorzubereiten. Ich bin sehr gespannt, welche Mannschaft uns erwartet, und wie das ganze Drumherum sein wird. Ich bin positiv aufgeregt.

Neben dem sportlichen Programm haben Sie auch einen ziemlich vollen Terminkalender – wie bringen Sie das unter einen Hut?
Ich finde es persönlich sehr gut, denn mich interessieren die kulturellen Punkte sehr. Das Augenmerk einer Reise sollte ja auch immer darauf ausgerichtet sein, dass man viele Eindrücke vom Land mitnimmt. Gerade die deutsch-jüdische Geschichte steht im Vordergrund, und da, denke ich, sollten wir auch Botschaften mitbringen. Wir wollen positive Aspekte setzen und voneinander lernen.

Mit der Torhüterin von Turbine Potsdam sprach Katrin Richter.

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Funde in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  30.06.2026

Folgen des 7. Oktober

Israel tötet Peiniger von Rom Braslavski

Rund zwei Jahre lang wurde der Deutsch-Israeli von Terroristen des Islamischen Dschihad gequält. Als er von der Tötung »Abu Yusufs« hört, bricht er in Tränen

 30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Internationales Rotes Kreuz

Knesset lehnt Gesetz zum Besuchsverbot für Häftlinge ab

Sicherheitsminister Ben-Gvir wollte den Zugang zu palästinensischen Sicherheitsgefangenen verwehren, doch der Gesetzentwurf scheitert an Stimmen der eigenen Koalition

von Sabine Brandes  30.06.2026

Bnei Brak

Rabbiner verflucht Israels Armeechef Eyal Zamir

Ein israelischer Soldat wurde wegen eines religiösen Aufnähers inhaftiert. Das und die geplante Einberufung von Charedim sorgt für Verärgerung bei den Ultraorthodoxen

 30.06.2026

Rüstungstechnologie

Israelische Raketenabwehr für Katar

Fotos beweisen, dass in katarischen Regierungsmaschinen Militärtechnologie von Elbit verbaut wurde. Dabei pflegen Israel und Katar nicht einmal diplomatische Beziehungen

 29.06.2026

Reaktionen

»Erster Schritt zum Frieden«

Während Jerusalem und Beirut das Abkommen begrüßen, weist die Hisbollah es entschieden zurück

von Sabine Brandes  29.06.2026

Jerusalem

Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an

Die historische Entscheidung birgt diplomatische Sprengkraft. Außenminister Sa’ar bezeichnete die Anerkennung als »moralische Pflicht«

von Sabine Brandes  29.06.2026