Manipulation

Ungültige Kommunalwahlen

Unregelmäßigkeiten bei den Kommunalwahlen in Nazareth und Beit Schemesch: Am 11. März sollen die Bürger noch einmal an die Urnen gehen. Foto: Flash 90

Die Kommunalwahlen in Israels größter arabischer Stadt Nazareth sowie in Beit Schemesch bei Jerusalem sind ungültig. Zu diesem Urteil ist der Oberste Gerichtshof in Jerusalem nach Prüfung der Fakten gekommen.

In Nazareth hatte der bisherige Amtsinhaber Ramez Jaraiseh seinen Herausforderer Ali Salem um nur neun Stimmen geschlagen. In der 82.000 Einwohner zählenden Stadt habe es laut Gerichtsurteil an insgesamt elf Wahlurnen Unregelmäßigkeiten gegeben. Demnach sollen Bürger gewählt haben, die sich aus unterschiedlichen Gründen gar nicht in der Stadt aufgehalten haben können. Aufgrund des äußerst knappen Ergebnisses ordnete Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein daher Neuwahlen an.

Spaltung Gleiches gilt für die Stadt Beit Schemesch nördlich von Jerusalem mit rund 80.000 Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Ultraorthodoxe. Hier war Eli Cohen gegen den amtierenden Bürgermeister Mosche Abutbul von der Schas-Partei angetreten. Die Stadt war in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, weil die Spannungen zwischen religiösen und säkularen Einwohnern zum Teil in gewalttätige Szenen ausarteten.

So war eine Neunjährige auf dem Weg zur Schule von Ultraorthodoxen bedroht worden, weil sie nicht »angemessen« gekleidet gewesen sei. Ein anderes Mal war ein Egged-Bus von Charedim mit Steinen beworfen worden, da eine Frau sich geweigert hatte, sich in die hinteren Sitzreihen zu begeben. Der immer stärker werdende Einfluss des religiösen Teils der Bevölkerung auf das alltägliche Leben in der Stadt hatte schließlich dazu geführt, dass ein Bündnis aus drei säkularen Parteien Eli Cohen zu ihrem gemeinsamen Kandidaten erkor.

Ausweise Abutbul gewann die Wahl mit 52 Prozent, doch unmittelbar nach der Abstimmung stellte sich heraus, dass eine ganze Anzahl Personalausweise – zum Teil aus dem Ausland – für die Wahl genutzt worden waren. Die »Wähler« gaben ihre Stimmen alle Abutbul. Daraufhin hatte Eli Cohen mit Unterstützung des Generalstaatsanwaltes Klage wegen Wahlbetrugs eingereicht.

»Die Art und Weise, wie die Wahlen stattfanden, ist alarmierend und verstörend«, urteilten die drei Richter nun am Dienstag. Die Einwohner Beit Schemeschs, die auf demokratische Wahlen gesetzt hatten, fühlten sich zu Recht als Opfer eines »umfangreichen und organisierten Verstoßes gegen das Gesetz«, so die Richter weiter. Es sei davon auszugehen, dass geplant und systematisch Einfluss auf den Ausgang der Wahlen genommen worden sei.

Das Urteil kann nicht angefochten werden, beide Wahlen werden am 11. März wiederholt, gab das Innenministerium daraufhin bekannt. Man hoffe, so die Richter, dass diese ohne Korruption und im Rahmen der geltenden Gesetze stattfinden werden.

Nahost

Netanjahu: Es wird kein Wiederaufbau Gazas ohne Hamas-Entwaffnung geben

Ohne Entwaffnung der Hamas bleibt der Wiederaufbau im Gazastreifen blockiert. Israels Premierminister stellt klare Bedingungen – und droht mit einem konsequenten Vorgehen

 19.02.2026

Studie

Wachsen vegetarisch oder vegan ernährte Babys und Kleinkinder langsamer?

Müssen kleine Kinder Fleisch essen? Eine Untersuchung der Ben-Gurion-Universität wirft ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen

 19.02.2026

Nahost-Politik

Kanzler verteidigt Aussetzung von Waffenlieferungen an Israel

Im einem Interview sagte Friedrich Merz, seine Entscheidung vom Sommer 2025 sei im Nachhinein auch von der israelischen Regierung respektiert worden

 19.02.2026

Eurovision Song Contest

Israels ESC-Song angenommen

Der größte Gesangswettbewerb der Welt wird in diesem Mai in Wien stattfinden

von Sabine Brandes  19.02.2026

Nachrichten

Strafe, Mob, Kauf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  19.02.2026

Verbrechen

Wut und Selbstverantwortung

Die Gewalt durch kriminelle Clans in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalen Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  19.02.2026

Jerusalem

Israel führt neue Regeln für den Tempelberg ein

Die Entscheidungen der israelischen Behörden haben scharfe Kritik der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgelöst

 19.02.2026

Jerusalem

Isaac Herzog: Bete für Ende der Terrorherrschaft im Iran

Der israelische Präsident Herzog übermittelt dem iranischen Volk gleichzeitig »die besten Wünsche« zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan

 19.02.2026

Nahost

Hisbollah verstößt gegen Waffenruhe

Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere militärische Einrichtungen im Libanon wurden getroffen. Diese sollten nach Darstellung der Armee für Angriffe auf Israel genutzt werden

 19.02.2026