Israel

Übergriff, Löwen, Haushalt

Israels Generalstabschef Eyal Zamir Foto: copyright (c) Flash90 2025

Übergriff
Generalstabschef Eyal Zamir hat die Suspendierung eines Bataillons aus dem palästinensischen Westjordanland ange­ordnet. Dies gab die israelische Armee (IDF) am Montag bekannt. Grund war ein Vorfall, bei dem Soldaten ein Fernsehteam festgenommen und mutmaßlich angegriffen hatten. Es handelt sich um das 941. Bataillon »Netzah Israel«, in dem vor allem ultraorthodoxe Reservisten dienen. Am Freitag hatte CNN-Korrespondent Jere­my Diamond berichtet, dass sein Kameramann von einem Soldaten in den Würgegriff genommen worden sei, als Truppen versuchten, die Dreharbeiten an einem illegalen Außenposten im Westjordanland zu verhindern. Filmmaterial zeigt Soldaten, die erklärten, das gesamte Westjordanland »gehört den Juden« und sie rächten die Tötung eines Siedlers wenige Tage zuvor. Die Armeeführung distanzierte sich ausdrücklich von den Aussagen und erklärte, diese stünden weder im Einklang mit den Werten der IDF noch mit dem Auftrag der eingesetzten Einheiten.

Löwen
Vier junge Löwen sind im Zoo von Haifa angekommen, um zum Schutz der bedrohten Art beizutragen. Der etwa anderthalb Jahre alte Löwe Marty sowie die Löwinnen Khitab, Kahale und Kayana wurden aus Zoos in Tschechien eingeflogen. Für den Transport musste das Frachtflugzeug besonders vorbereitet werden, etwa mit angepasster Temperatur und einer möglichst turbulenzarmen Route. Der Zoo beherbergt bereits andere bedrohte Großkatzen wie den weißen Bengal-Tiger und den Persischen Leoparden. Wegen des Krieges mit dem Iran und der Hisbollah müssen die Tiere bei Raketenalarm regelmäßig in betonierte Schutzräume gebracht werden.

Haushalt
Am Montagmorgen hat die Knesset den größten Staatshaushalt in der Geschichte des Landes verabschiedet. 62 Abgeordnete votierten dafür, 55 dagegen. Hätte das Budget bis Dienstag keine Mehrheit gefunden, wären vorgezogene Neuwahlen notwendig geworden. Der Haushalt für das Finanzjahr 2026 sieht Ausgaben in Höhe von umgerechnet mehr als 236 Milliarden Euro vor. Größter Einzelposten ist die Verteidigung in Kriegszeiten mit knapp 40 Milliarden Euro, ein Plus von mehr als sechs Milliarden. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich bezeichnete den Haushalt als »einen, der für alle sorgt und hohe Lebenshaltungskosten bekämpft«. Oppositionsführer Yair Lapid nannte ihn hingegen »den größten Diebstahl in unserer Geschichte«. Auch andere Oppositionspolitiker kritisierten die Koalition wegen der Mittelzuweisungen an ultraorthodoxe Bildungseinrichtungen, Siedlungen im Westjordanland und anderer Prioritäten scharf. Laut einer Recherche des Fernsehsenders Kanal 13 wurden die Mittel für ultraorthodoxe Bildungseinrichtungen um mehr als eine Milliarde Euro erhöht. Die Abstimmung erfolgte, nachdem die Charedim ihre Zustimmung zum Haushalt gegeben hatten, obwohl die Koalition ein von ihnen gefordertes Gesetz zur generellen Befreiung von Jeschiwa-Schülern vom Wehrdienst noch nicht verabschiedet hatte.

Libanon
Am Montag sind bei Kämpfen mit der Hisbollah im Südlibanon vier Soldaten der israelischen Streitkräfte getötet worden. Die IDF hat bisher drei Namen veröffentlicht: Hauptmann Noam Madmoni (22) aus Sderot, Stabsfeldwebel Ben Cohen (21) aus Lehavim und Stabsfeldwebel Maxsim Entis (21) aus Bat Yam. Sie alle dienten in der Aufklärungseinheit der Nahal-Brigade. Zudem wurden ein Soldat schwer und ein Reservist mittelschwer verletzt, als die Einheit auf bewaffnete Hisbollah-Kämpfer stieß, berichtet die IDF.

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