Jerusalem

Touristenführer Internet

Zehn Wege durch vier Altstadt-Viertel Foto: www.jerusalem-oldcity.org.il

Die Zeiten, in denen sich Touristen im Gewirr der Basargassen in der historischen Altstadt Jerusalem verirrten, sollten vorüber sein. Jetzt werden im Internet zehn »geführte Touren« durch Jerusalem angeboten. Jeder kann sie mitsamt Tondateien und Video auf seinen Computer runterladen, sich den dazugehörigen Ausschnitt aus dem Stadtplan sowie die mündlichen Erklärungen ausdrucken.

Fast 100.000 Euro haben sich die Stadtverwaltung Jerusalems und die Gesellschaft für die Entwicklung der Stadt das Projekt kosten lassen. Beteiligt sind namhafte Forschungsinstitute und sogar das Büro des Ministerpräsidenten. »Wir öffnen der Welt die Schätze Jerusalems, damit alle sehen können, wie Jerusalem Heiligkeit, Geschichte und Archäologie kombiniert mit Fortschritt, Kultur, Nachtleben, Festivals und Speisen«, sagte Bürgermeister Nir Barkat bei der Einweihung des Projekts. Die im Internet gespeicherten Touren sollen Alleinreisenden helfen, gezielt die sie interessierenden Stätten zu besuchen, ohne sich einen professionellen Reiseführer mieten zu müssen.

Sprachen Vorläufig kann man die erklärten und bebilderten Touren nur auf Hebräisch oder Englisch anschauen, doch weitere Sprachen wie Russisch, Deutsch und Spanisch seien geplant, sagte Gilad Mitrani, der PR für das Projekt macht.

Die Hauptseite ist auf Hebräisch, und man muss suchen, bis man den etwas versteckten Link zur englischen Version findet. Und dort gibt es noch einige peinliche Schreibfehler und Formulierungen. So wird da eine Tour zum »Jewesh« Viertel angeboten. Wer christliche Kirchen und Klöster besuchen will, muss die Tour zu christlichen »Sekten« anklicken.

Angeboten werden Touren entlang der Via Dolorosa, zum Tempelberg, auf den Stadtmauern, den Basaren und zu archäologischen Ausgrabungen. Bemerkenswert sind mehrere Touren für Rollstuhlfahrer unter dem Titel »Zugänglichkeit«.

Die Homepage bietet Jerusalem-Touristen neben den geführten Touren auch eine Vielzahl anderer Informationen zu Museen, Hotels, Restaurants, Nachtleben und besonderen Ereignissen in der Stadt.

www.jerusalem-oldcity.org.il

Susanne Stephan

Kommentar

Eines demokratischen Staates unwürdig

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026