Gaza

Tasche der Geisel Matan gefunden

Es ist ein grausames Zeichen nach 644 Tagen des unendlich verzweifelten Wartens. Sein Name steht darauf in hebräischen Buchstaben. Er trägt sie seit seiner Kindheit mit sich herum: die Tasche der Geisel Matan Angrest. Israelische Soldaten fanden sie vor Kurzem im Süden des Gazastreifens und übergaben sie nun seiner Mutter. 

Anat Angrest postete anschließend auf X: »Matans Tasche wurde mir in einer schwarzen Plastiktüte zurückgegeben. Wie und wann wird Matan zurückkehren? Warum erhalte ich immer wieder Artikel, die auf seinen Zustand hinweisen, aber nicht Matan selbst?«

Angrest sagte, die rot-schwarze Tasche stamme aus der Zeit, als ihr Sohn mit 14 Jahren für die Jugendmannschaft von Hapoel Haifa spielte, bevor er Fan des Stadtrivalen Maccabi Haifa wurde. »Das ist eine persönliche Tasche, keine Armeetasche. Darin befanden sich Gegenstände aus Matans Leben, die er dort bei sich hatte.«

Der 22-Jährige gehört zu den Geiseln, die am Leben sein sollen

»Er wurde am Morgen des 7. Oktober in einem Panzer schwer verletzt und nach schweren Misshandlungen bewusstlos nach Gaza verschleppt«, berichtete sie. »Seitdem wird er verhört, erleidet schwere Verbrennungen, Asthmaanfälle und seine Wunden entzünden sich durch die Feuchtigkeit in den Tunneln.«

Sie fügte hinzu, ihr Sohn habe so sehr Soldat werden wollen, dass er sogar »vor der Armee verheimlichte, dass er Asthma hat«.

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»Als Edan Alexander freigelassen wurde, wurde uns klar, dass wir über die Soldaten sprechen konnten«, hob Anat Angrest hervor. »Wir müssen harte Verhandlungen führen und aufgrund seines Zustands auf Matans Freilassung bestehen.«

Sie erzählte in einem Interview auch, dass sie seit der Geiselnahme ihres Sohnes nicht mehr gekocht habe. »Wenn Matan zurückkommt, werde ich wieder kochen. Steaks, Shakshuka, alles, was er liebt. Am meisten freue ich mich darauf, am Samstagmorgen mit ihm zusammenzusitzen und Shakshuka zu essen.«

Der 22-Jährige gehört zu den Geiseln, von denen es bislang Lebenszeichen gegeben hat. Die Hamas veröffentlichte im März dieses Jahres ein Propagandavideo, auf dem der junge Mann zu sehen ist – offensichtlich geschlagen und gefoltert. Auch Berichte von freigelassenen Geiseln bestätigten, dass die Hamas ihn foltert und unter unmenschlichen Bedingungen festhält. 

Angrests ernster Gesundheitszustand wurde letzten Monat in einem Bericht von Channel 12 detailliert beschrieben, der sich auf von der Familie erhaltene Beweise und eine medizinische Analyse der Informationen berief. Laut einigen medizinischen Gutachten besteht aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands Lebensgefahr.

Anat Angrest: »Am meisten freue ich mich darauf, am Samstagmorgen mit ihm zusammenzusitzen und Schakschuka zu essen.«

Der Bericht besagt, dass Angrest mit Autobatterien und Elektropaddeln gefoltert wurde, bis er das Bewusstsein verlor. Er leidet unter chronischen Asthmaanfällen, insbesondere nach den gewalttätigen Verhören. Er hat schwere Verletzungen an den Händen erlitten, darunter schwere Nervenverbrennungen und unbehandelte Infektionen. Daher kann er einige seiner Finger nicht mehr bewegen, so der Bericht.

Im Juni veröffentlichte die Familie neues Filmmaterial von Angrests Entführung nach Gaza. Das Video wurde von einem Terroristen gefilmt und von der israelischen Armee beschlagnahmt. Es zeigt, wie der Soldat aus dem Panzer gezogen und in eine Menge von Dutzenden Terroristen geworfen wird, die ihn brutal misshandeln.

Matans Vater Haggai Angrest sagte letzte Woche auf Radio 103FM, dass er wahrscheinlich während des letzten Geiseldeals freigelassen worden wäre, wenn die Informationen über den Zustand seines Sohnes weitergegeben worden wären.

Vater der Geisel reiste in die USA

Er war in die USA gereist, um während des Besuchs vom israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus für einen Deal zur Befreiung der Geiseln in der Gewalt der Hamas und vor allem das Schicksal seines Sohnes aufmerksam zu machen. »Matan lebt. Er befindet sich in den Tunneln in Gaza und sein Leben ist in großer Gefahr.« 

Terrorgruppen im Gazastreifen halten 50 Geiseln fest, darunter 49 der 251 Geiseln, die am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen entführt wurden. Darunter befinden sich die Leichen von mindestens 28 Geiseln, deren Tod von der israelischen Armee bestätigt wurde.

Zwanzig von ihnen sollen noch am Leben sein, und es besteht große Sorge um das Wohlergehen von zwei weiteren, teilten israelische Behörden mit. Die Hamas hält außerdem die Leiche eines 2014 in Gaza getöteten israelischen Soldaten fest.

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