Spanien hat angesichts der angespannten Beziehungen zu Israel seine Botschafterin in Tel Aviv, Ana Salomón, von ihrem Posten abberufen, wie im spanischen Amtsblatt mitgeteilt wurde. Die Diplomatin war schon im September vergangenen Jahres zu Konsultationen nach Madrid zurückbeordert worden. Zuvor hatte Israels Außenminister Gideon Sa’ar Spanien eine anti-israelische und antisemitische Kampagne vorgeworfen.
Zudem verhängte die sozialistische Regierung Sanktionen gegen Israel. Die derzeitigen israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran kritisiert Sánchez erneut als Bruch des Völkerrechts.
Die Abberufung von Salomón bedeutet, dass Spanien für den Fall einer etwaigen Normalisierung der Beziehungen einen neuen Botschafter ernennen und die Zustimmung der israelischen Behörden einholen müsste.
Israel wiederum hatte seine Botschafterin Rodica Radian-Gordon schon im November 2023 zu Konsultationen nach Jerusalem zurückgerufen. Seither auch dieser Botschafterposten vakant.
Spanien ist seit Jahren einer der schärfsten europäischen Kritiker der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Regierung in Madrid hat Palästina als Staat anerkannt und Regierungschef Pedro Sánchez warf Israel einen angeblichen Völkermord im Gazastreifen vor.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte wiederholt, die israelische Armee gehe gegen die Hamas vor, nicht gegen die Zivilbevölkerung. Die Streitkräfte (IDF) haben im Verlauf des Krieges humanitäre Zonen und Fluchtrouten eingerichtet und Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen gewarnt.
Die Hamas missbraucht palästinensische Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde. Die Terroristen verstecken Waffen und Raketen in zivilen Einrichtungen und beschießen israelische Soldaten unter anderem aus Krankenhäusern und Schulen. dpa/ja