Nahost

Sechs Verletzte bei iranischen Raketenangriffen auf Tel Aviv

Am Dienstagfrüh sind Retter und Sicherheitsbeamte am Ort eines Raketeneinschlages. Das iranische Projektil richtete Schäden an. Sechs Bewohner wurden verletzt. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Israel ist in der Nacht erneut Ziel massiver Raketenangriffe aus dem Iran geworden. Besonders die Metropolregion Tel Aviv stand im Fokus mehrerer Angriffswellen, während zugleich die Kämpfe an der Nordgrenze und in Beirut andauern. Israelische Medien berichteten.

Nach Angaben von Rettungskräften wurden bei einem Einschlag im Zentrum von Tel Aviv sechs Menschen leicht verletzt. Mehrere Gebäude sowie Fahrzeuge erlitten teils erhebliche Schäden. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass der Sprengkopf rund 100 Kilogramm Explosivstoff enthielt.

Ein Vertreter des Heimatschutzkommandos sprach von schweren Zerstörungen an drei Gebäuden. Die Publikation »The Times of Israel« zitierte ihn mit den Worten: »Ich bin froh sagen zu können, dass es bei diesem Vorfall, der visuell dramatisch wirkt, nur drei Leichtverletzte gibt.« Viele Bewohner hätten rechtzeitig Schutzräume aufgesucht.

Serie von Angriffen in der Nacht

Seit Mitternacht registrierte das Militär zahlreiche weitere Raketenstarts aus dem Iran. Mehrere Geschosse richteten sich gegen den Süden des Landes, darunter die Region um Dimona und die Negev-Wüste. In vielen Fällen wurden die Raketen offenbar abgefangen oder schlugen in unbewohntem Gelände ein.

Lesen Sie auch

Auch im Norden Israels sowie im Raum Haifa kam es zu Angriffen. Dort wurde nach Militärangaben erstmals in dieser Nacht eine Streumunition eingesetzt, deren Sprengkörper sich über ein größeres Gebiet verteilten. Ein Wohnhaus wurde beschädigt, Verletzte gab es nicht.

Raketenteile gingen zudem im Westjordanland nieder. In einzelnen Fällen wurden Menschen durch Trümmerteile verletzt oder mussten wegen Schock behandelt werden.

Parallelkämpfe im Norden

Zeitgleich setzte Israel seine Angriffe auf Terror-Ziele im Libanon fort. Nach libanesischen Angaben wurden in der Nacht mehrere Orte in den südlichen Vororten von Beirut bombardiert, die als Hochburgen der Hisbollah gelten. Zuvor hatte die israelische Armee erneut zur Evakuierung bestimmter Gebiete aufgerufen.

Auch aus dem Libanon selbst wurde Beschuss gemeldet. Im Westen Galiläas heulten Sirenen, nachdem Raketen und mutmaßlich auch Drohnen abgefeuert worden waren.

In zahlreichen Regionen Israels, darunter auch Jerusalem und dem Umland der Hauptstadt, wurden in der Nacht wiederholt Luftalarm ausgelöst. Selbst Abgeordnete der Knesset mussten eine Parlamentssitzung unterbrechen und zeitweise Schutzräume aufsuchen. im

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026