Tel Aviv

Schüler demonstrieren für Geisel-Deal

Israelische Schüler demonstrieren am Montag vor dem Bildungsministerium in Tel Aviv für einen Geisel-Deal mit der Hamas. Foto: copyright (c) Flash90 2025

Zum Start des neuen Schuljahrs in Israel haben viele Jugendliche für ein Abkommen mit der Hamas demonstriert. Hunderte Schüler haben im Norden des Landes eine Kreuzung an einer Schnellstraße blockiert, um sich für die Freilassung der Geiseln im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas einzusetzen, berichtete die israelische Nachrichtenseite »ynet«. Die Schüler hielten demnach Schilder mit der Aufschrift »Keine Bildung ohne Geiseln« hoch.

Die »Times of Israel« meldete, Schüler Dutzender Schulen hätten sich aus Protest geweigert, am Unterricht teilzunehmen. Mehrere Medien berichteten zudem, dass Jugendliche die Eingänge ihrer Schulen versperrten, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Laut »Haaretz« waren 17 Schulen in Zentralisrael betroffen.

Rund Hundert Schülervertreter versammelten sich dem Blatt zufolge auch auf dem »Platz der Geiseln« im Zentrum von Tel Aviv sowie vor dem Bildungsministerium in Tel Aviv. »Wir haben uns zum Streik entschlossen, um unsere Solidarität mit den Geiseln zu demonstrieren«, zitierte die »Haaretz« einen Zwölftklässler. Nach den Sommerferien beginnt in Israel heute für rund 2,5 Millionen Mädchen und Jungen das neue Schuljahr.

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll Berichten zufolge bei einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in der Nacht eine von mehreren Ministern geforderte Abstimmung über ein auf dem Tisch liegendes Gaza-Teilabkommen als unnötig bezeichnet haben. Er ist demnach nur zu einer Vereinbarung bereit, wenn dabei alle Geiseln auf einmal freikommen.

Die islamistische Terrororganisation Hamas hatte kürzlich erklärt, sie habe einem neuen Vermittler-Vorschlag für eine Waffenruhe zugestimmt. Der Plan sieht eine 60-tägige Waffenruhe und die Freilassung von zehn Geiseln vor. Insgesamt werden noch 48 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Von ihnen sollen nur noch 20 am Leben sein.

Das Forum der Geisel-Familien warf Israels Regierung vor, einen Deal zu verhindern. Es gibt aber auch Geisel-Familien, die den Kurs der Regierung unterstützen und davon ausgehen, dass nur eine Erhöhung des militärischen Drucks alle Geiseln zurückbringen kann. dpa/ja

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