EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: copyright (c) Flash90 2026

Ein wegen Totschlags an einem Palästinenser verurteilter ehemaliger israelischer Soldat ist von Präsident Isaac Herzog begnadigt worden. Laut »The Times of Israel« haben der Stabschef israelischen Armee, Eyal Zamir, und andere hochrangige Offiziere dem Verteidigungsminister in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie die Begnadigung nicht unterstützen.

In einer Mitteilung von Herzogs Büro hieß es zur Begründung, Elor Asaria habe jahrelang mit den Konsequenzen seines Handelns leben müssen. Der Präsident habe deshalb am Samstagabend einem Antrag Asarias stattgegeben, wonach ein verbleibender Eintrag in dessen Strafregister vorzeitig gelöscht werde. Berichten zufolge wäre dies sonst erst im Jahr 2032 erfolgt.

Der damalige Kampfsanitäter hatte im März 2016 in Hebron einen am Boden liegenden verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Der damalige israelische Präsident Reuven Rivlin hatte eine Begnadigung abgelehnt. 

Asarias Haft war verkürzt worden

In der Mitteilung von Herzogs Büro hieß es weiter, Asaria könne nun ein neues Kapitel im Leben beginnen. Er habe sich etwa gewünscht, Schwierigkeiten bei einer beruflichen Anstellung aus dem Weg zu räumen, hieß es weiter. Asaria habe seine Strafe zudem bereits vor acht Jahren verbüßt. Seine Haft war damals bereits von 18 auf neun Monate verkürzt worden. 

Die israelische Zeitung »Haaretz« schrieb unter Berufung auf einen hochrangigen Berater von Militärchef Ejal Zamir, Asaria habe auch zehn Jahre nach seiner Verurteilung weder Reue gezeigt noch Verantwortung für seine Tat übernommen. 

Israels Präsident stellte das anders dar: Asaria habe Bedauern geäußert und bereits in seinem Antrag an Rivlin eingeräumt, dass der abgegebene Schuss ein operativer Fehler gewesen sei, hieß es. dpa/ja

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026