Der frühere Generalstabschef und Ex-Knessetabgeordnete Gadi Eisenkot strebt für die kommenden Parlamentswahlen in Israel ein gemeinsames Antreten der Opposition an. Nach einem Bericht des Senders N12 bringt Eisenkot eine einheitliche Liste mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Oppositionsführer Yair Lapid ins Spiel, um den von Likud und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geführten Block zu schlagen.
Demnach signalisiert Eisenkot die Bereitschaft, seine im vergangenen September angekündigte neue Partei »Yashar!« in ein größeres Oppositionsbündnis einzubringen. Ziel sei es, die Stimmen der Netanjahu-Gegner zu bündeln und so die Chancen auf einen Machtwechsel zu erhöhen. Die Idee einer gemeinsamen Liste wird in Oppositionskreisen schon länger diskutiert, erhält mit Eisenkots Vorstoß nun aber neues Gewicht.
Besonders ungewöhnlich ist ein zentrales Element des Vorschlags: Wer das Bündnis anführen soll, soll erst nach der Wahl entschieden werden – abhängig vom Wahlergebnis. Nach Angaben von N12 würde damit bewusst auf einen klassischen Spitzenkandidaten im Vorfeld verzichtet. Die Führungsfrage solle stattdessen im Nachhinein geklärt werden, um interne Rivalitäten zu vermeiden und möglichst viele Wähler anzusprechen.
Eisenkot, Lapid und Bennett traten zuletzt gemeinsam bei Protesten gegen das umstrittene Wehrpflichtgesetz auf, was als sichtbares Zeichen einer engeren Zusammenarbeit gewertet wurde. Ob es tatsächlich zu einer formellen Allianz kommt, ist offen. Klar ist jedoch, dass Eisenkots Vorstoß den Druck auf die zersplitterte Opposition erhöht, rechtzeitig vor der Wahl zu einer geschlossenen Strategie zu finden. im