Jerusalem

Netanjahu verschiebt Besuche in Golfstaaten

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen für kommende Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain geplanten Besuch verschoben. Das Büro des Regierungschefs begründete diesen Schritt am Donnerstag »trotz der Bedeutung der Reise« mit der coronabedingten weitgehenden Schließung des israelischen Luftraums. Ein neuer Termin wurde nicht mitgeteilt.

ANNÄHERUNG Der Besuch sollte die Annäherung Israels mit den Staaten festigen. Die Länder hatten vor kurzem die Aufnahme diplomatischer Beziehungen beschlossen. Dies wurde von vielen Beobachtern als historisch eingestuft. Die Linie arabischer Staaten war es lange, Beziehungen mit Israel zu verweigern, solange der Konflikt mit den Palästinensern nicht gelöst ist. Israel und die Golfstaaten versprechen sich von ihrer Annäherung wirtschaftliche Vorteile, schmieden aber vor allem eine Allianz gegen den gemeinsamen Erzfeind Iran.

Der internationale Flugverkehr wird in Israel beinahe ausschließlich über den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv abgewickelt. Um das Einschleppen von Coronavirus-Mutationen zu verhindern, wurde dieser zuletzt nahezu komplett geschlossen. Parallel dazu wurden äußerst strenge Reisebeschränkungen für Israelis und Ausländer umgesetzt.

LOCKDOWN Die Infektionszahlen in dem Mittelmeerland mit seinen etwas mehr als neun Millionen Einwohnern blieben zuletzt trotz massiver Impfkampagne sehr hoch. Die Regierung macht dafür vor allem Mutationen verantwortlich, vielfach werden aber auch Lockdown-Regeln nicht befolgt und durchgesetzt. Am Donnerstag wollte die Regierung über eine Verlängerung von Restriktionen, aber auch über teilweise Lockerungen beraten.

Seit Donnerstag kann sich in dem Land jeder Bürger im Alter über 16 Jahre gegen das Coronavirus impfen lassen. Nach Angaben von Krankenkassen hatte die Impfbereitschaft zuletzt deutlich abgenommen. dpa

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026