Naher Osten

Netanjahu: Krieg in »entscheidender Phase«

Benjamin Netanjahu Foto: POOLw

Die israelische Armee hat Zehntausende Reservisten einberufen und bereitet die angekündigte, großangelegte Offensive auf Gaza-Stadt vor. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in einer Videobotschaft, der Krieg befinde sich nun in seiner »entscheidenden Phase«. Armeechef Eyal Zamir bekräftigte israelischen Medien zufolge, die Operation werde so lange andauern, »bis die Terrororganisation Hamas vollständig besiegt ist«.

Zuvor hatte Armeechef Zamir im Kabinett immer wieder vor der Offensive gewarnt, da sie das Leben der Geiseln gefährden könne. Er plädierte stattdessen für ein Abkommen mit der Hamas.

Zamir besuchte Reservisten auf dem Stützpunkt Nachschonim in Zentralisrael. »Wir haben die Bodenoperation bereits begonnen, wir dringen in Gebiete vor, die wir bislang nicht betreten haben, und wir handeln dort mit Stärke und Entschlossenheit«, sagte er. Laut dem Generalstabschef werden gezielt Kommandeure der Hamas ausgeschaltet, darunter Ahmad Abu Daf, ein ranghoher Offizier im »Zeitoun-Bataillon«, sowie Taleb Sidqi Taleb Abu Atiwi, ein Angehöriger der Elitetruppe »Nukhba«, die am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt war.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Streitkräfte bestätigten außerdem, dass ein Hamas-Kämpfer getötet wurde, der israelische Geiseln in seiner Gewalt gehabt hatte. Zugleich griff die Luftwaffe nach eigenen Angaben mehrere Gebäude in den Stadtteilen Scheidschija und Zeitoun an, die als Treffpunkte von Hamas und Islamischem Dschihad genutzt worden seien.

Humanitäre Zone in al-Mawasi

Die Armee rief die Zivilbevölkerung sowie Hilfsorganisationen auf, Gaza-Stadt zu verlassen. Der arabischsprachige Militärsprecher Avichay Adraee erklärte, in der Küstenregion al-Mawasi sei eine humanitäre Zone eingerichtet worden, in der Wasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung bereitstünden. Dennoch haben nach Schätzungen bislang nur etwa 10.000 Menschen die Stadt verlassen – bei einer Gesamtbevölkerung von rund einer Million.

Lesen Sie auch

Netanjahu bekräftigte in seiner Ansprache, dass Israel »den Krieg nur mit einem vollständigen Sieg« beenden werde. »Was in Gaza begonnen hat, muss in Gaza beendet werden«, so der Premier. Laut einem Bericht des Senders Kan könnte die Offensive auf Gaza-Stadt rund 25 Milliarden Schekel (etwa 7,4 Milliarden Dollar) kosten. Kürzungen in anderen Ressorts seien daher nicht ausgeschlossen.

Weiterhin hat die Hamas 48 Geiseln in ihrer Gewalt. Die Terrororganisation erklärte sich bereit, zehn von ihnen freizulassen, wenn der von ihr selbst begonnene Krieg endet. Die israelische Regierung besteht hingegen auf einer Freilassung aller Geiseln. Auf Kompromisse mit den Geiselnehmern und Aggressoren will sich Netanjahu nicht mehr einlassen. Seit 698 Tagen werden die 48 Verschleppten in Gaza festgehalten. Die meisten von ihnen sind offenbar tot. Wie aus Berichten früherer Geiseln und Videos der Hamas hervorgeht, werden die Geiseln von den Terroristen gefoltert, ausgehungert und in vielen Fällen ermordet. im

Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

»Der Krieg ist nicht vorbei«, sagt der israelische Ministerpräsident. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue«

 10.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026

Umfrage

Erstmals vorn: Eisenkot überholt Netanjahu

Würde jetzt gewählt, käme Eisenkots Partei Jaschar demnach auf 23 Mandate. Wo liegen der Likud und die anderen Parteien?

 09.07.2026

Jerusalem

Israel bereitet sich auf mögliche neue Eskalation mit Iran vor

Die Armee erhöht ihre Alarmbereitschaft

 09.07.2026

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert