Jerusalem

Netanjahu bezeichnet Korruptionsprozess als »politisch«

Benjamin Netanyahu Foto: Flash 90

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat seine laufenden Korruptionsverfahren erneut scharf kritisiert. In einem Video, das er in sozialen Medien veröffentlichte, sprach er von einem politisch motivierten Vorgehen der Anklagebehörden – und begründete damit zugleich seine Bitte an Staatspräsident Isaac Herzog, die Verfahren einzustellen.

In dem Clip hält der Premier eine Bugs-Bunny-Figur in die Kamera und erklärt, sein Prozess sei ein »politisches Verfahren«. Wörtlich sagte er: »Sie sind nicht an Gerechtigkeit interessiert, sie sind daran interessiert, mich aus dem Amt zu drängen.«

Netanjahu äußerte sich zum Fall 1000, in dem es um Luxusgeschenke von Hollywood-Produzent Arnon Milchan und Milliardär James Packer geht. Er bezeichnete die Vorwürfe als »absurd« und scherzte: »Von jetzt an wird dieses Verfahren als Bugs-Bunny-Prozess bekannt sein.« Hintergrund ist ein Spielzeug, das Milchan für Netanjahus Sohn gekauft hatte. Während er sprach, hielt er eine Hasenfigur in die Kamera.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Es ist eine Farce«

Netanjahu beklagte zudem die Belastung durch die regelmäßigen Gerichtstermine: »Ich muss dreimal pro Woche acht Stunden lang dort sitzen, um diesen Unsinn zu diskutieren. Es ist komisch, es ist eine Farce.«

Seine Forderung nach einem präsidialen Gnadenerweis begründete er damit, dass er seine Zeit »für wichtigere Aufgaben« brauche.

Unterstützung erhält der Premier weiterhin aus Washington: US-Präsident Donald Trump teilte erneut Beiträge, die Netanjahus Begnadigungsantrag thematisieren. Trump hatte bereits im Oktober in der Knesset öffentlich an Herzog appelliert, Netanjahu zu begnadigen, und diesen Wunsch später auch schriftlich hinterlegt. Laut Medienberichten erkundigte sich Netanjahu zuletzt in einem Telefonat bei Trump, ob dieser noch mehr tun könne – obwohl US-Beamte amerikanischen Medien zufolge davon ausgehen, dass der Präsident seinen Handlungsspielraum bereits ausgeschöpft hat.

Lesen Sie auch

Laut einer neuen Erhebung stößt Netanjahus Bitte um einen präsidentiellen Straferlass in der israelischen Öffentlichkeit auf deutliche Skepsis. Für »Zman Yisrael« ließ das Institut Tatika Research gemeinsam mit dem Adgenda-Panel prüfen, wie die Bevölkerung dazu steht.

Auf die Frage, ob ein Freispruch durch Präsident Herzog auch dann akzeptabel wäre, wenn Netanjahu weder Schuld eingesteht noch Reue zeigt, antworteten 53,2 Prozent der Befragten mit Nein. Zustimmung signalisierten 42,4 Prozent.

Die Umfrage wurde am 3. und 4. Dezember 2025 unter 500 jüdischen und arabischen Israelis durchgeführt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 4,4 Prozentpunkten. im

Justiz

Sexuelles Fehlverhalten: ICC-Chefankläger Karim Khan nach Untersuchungen suspendiert

Das Gericht hat nach einer 18-monatigen Untersuchung der Vorwürfe entschieden, dass Khan sich eines schweren Fehlverhaltens schuldig gemacht hat

 09.06.2026

Israel

Nach Raketenangriffen: Schulen nehmen Unterricht wieder auf

Die kurzfristige Schließung der Bildungseinrichtungen am Montag hatte für Ärger und Beschwerden gesorgt, da Eltern innerhalb weniger Stunden eine Betreuung für ihre Kinder hatten organisieren müssen

 09.06.2026

Nahost

Stopp in letzter Minute

Medienberichte: US-Präsident Trump hielt Premier Netanjahu von größerem Iran-Angriff ab

 09.06.2026

Krieg

Israel droht Hisbollah mit Angriffen in Beirut

Für jeden Angriff der Hisbollah will die israelische Armee die Terror-Miliz in ihrer Hochburg attackieren

 08.06.2026

Krieg

Israel will Angriffe auf Iran stoppen

Die Entscheidung soll auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump gefallen sein. Der Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon ist davon aber nicht betroffen

 08.06.2026

Luftfahrt

Austrian Airlines und WizzAir streichen Israel-Flüge

Aufgrund der jüngsten Raketenangriffe machen sich Fluggesellschaften erneut Sorgen. Welche Pläne hat die Lufthansa Group?

von Imanuel Marcus  08.06.2026

Krieg gegen den Iran

Zwischen OP-Saal und Parkgarage

Aus Schutz vor den Angriffen aus dem Iran werden Patienten und Personal in unterirdische Bereiche verlegt. Die psychische Belastung wächst besonders bei Kindern

von Sabine Brandes  08.06.2026

Studie

Iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies

Wie das Regime in Teheran in Georgien ein Netzwerk aus Ideologie, Geld und Einfluss aufgebaut haben soll

von Sabine Brandes  08.06.2026

Nahost

Iranische Rakete beschädigt Häuser im Westjordanland, Sirenenalarm in ganz Israel

Die Lage am Montag im Überblick

 08.06.2026 Aktualisiert