Israel

Müsli statt Borekas

Müsli für die Minister Foto: imago

Regierungssekretär Zvi Hauser hat am Sonntag bei der ersten Kabinettssitzung der israelischen Regierung im neuen Jahr eine parteiübergreifende Regierungskrise ausgelöst. Minister aus drei verschiedenen Koalitionsparteien gingen auf die Barrikaden. Anstelle der traditionellen Borekas, Croissants und Rogalach ließ Hauser den Ministern Vollkornbrot mit frischen Tomaten und Gurken vorsetzen. Statt süßer Säfte erhielten sie Mineralwasser. Dazu gab es fettarmen Jogurt mit Granula-Müsli. Hauser rechnet fest damit, dass die Regierungskoalition unter Benjamin Netanjahu die vollen vier Jahren durchstehen werde. »Ich will dafür sorgen, dass die Minister es bis zur Ziellinie auf den Beinen schaffen.«

Hauser hatte zum ersten gesunden Frühstück nur Produkte bekannter Firmen auftischen lassen, will aber in Zukunft Käse kleinerer Produzenten aus der Peripherie und Gemüse von Bio-Bauern servieren. Während Landwirtschaftsminister Schalom Simchon dies begrüßte, empörten sich andere Minister. »Was soll dieses Vogelfutter«, sagte einer angesichts des Granula.

Ein anderer Minister sah in dem neuen Menü eine rassistische Diskriminierung der Minister orientalischen Ursprungs. Mit einem halben hart gekochten Ei in der Hand forderte er eine Portion pikantes »Schakschuka«, gekochte kleingeschnittene Paprika und Tomaten, mit darin gegarten Eiern.

Ein Minister beklagte, die stundenlangen Sitzungen ohne süßes Gebäck nicht durchstehen zu können, weil Zucker ihm die notwendige Energie liefere. Die Sportministerin schlug einen Kompromiss vor: Obgleich das neue Menü zweifelsfrei gesünder sei, sollten auch die klassischen fetttriefenden oder süßen Speisen bestellt werden können.

Jerusalem

Umfrage: Mehrheit der Israelis will Regierung ohne Netanjahu 

Die israelische Regierung wackelt. In jüngsten Umfragen käme die aktuelle Koalition bei weitem nicht auf eine Mehrheit. Auch die politische Zukunft von Regierungschef Netanjahu scheint ungewiss

von Andrea Krogmann  19.05.2026

Gaza

Neue Studie: Hamas plante 7. Oktober über Jahre

Forschungen der Hebräischen Universität zeigen auf, dass das verheerende Massaker Teil einer langfristigen Strategie zur Destabilisierung Israels war

von Sabine Brandes  19.05.2026

Washington

Trump: Geplanter Angriff auf Iran vorerst gestoppt

»Wenn wir ein Abkommen mit Iran erreichen können, ohne sie in Grund und Boden zu bombardieren, wäre ich sehr glücklich«, so der US-Präsident

 19.05.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt neue Gaza-Flotte

Ende April war die »Global Sumud Flotilla« bereits in internationalen Gewässern gestoppt worden. Die Aktivisten stachen daraufhin noch einmal von einem Hafen in der Türkei in See. Jetzt wurde die Flotte erneut von Israel abgefangen

 18.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  18.05.2026

Nachrichten

Universitäten, Sanktionen, Spende

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  18.05.2026

Diplomatie

Förderprogramm für Verlegung ausländischer Botschaften nach Jerusalem bereitgestellt

Kern des Programms ist ein Budgetrahmen, mit dem finanzielle Anreize für die Verlagerung von diplomatischen Vertretungen geschaffen werden sollen

 18.05.2026

Jerusalem/Marmaris

Israel will neue Gaza-Flottille abfangen

An Bord sollen sich auch der Palästinenser Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila befinden, die erst vor zweieinhalb Wochen aus Israel ausgewiesen worden waren

 18.05.2026