Gut eine Woche nach Beginn des Krieges gegen das iranische Regime beginnt Israel schrittweise damit, den internationalen Flugverkehr wieder aufzunehmen. Ab Sonntagmorgen sollen erstmals wieder reguläre Flüge vom Ben Gurion Airport aus möglich sein, während gleichzeitig weiterhin Rückholflüge für im Ausland gestrandete Israelis organisiert werden.
Nach Angaben der Behörden dürfen zunächst maximal zwei Maschinen pro Stunde starten. Jede dieser Maschinen darf höchstens 70 Passagiere an Bord haben. Die strengen Beschränkungen sollen verhindern, dass sich größere Menschenmengen am Flughafen aufhalten, während weiterhin Raketenangriffe aus dem Iran und dem Libanon drohen.
Mehrere israelische Fluggesellschaften planen, ihre Flugpläne schrittweise wieder zu starten. Neben EL AL gehören dazu Arkia, Israir sowie Air Haifa. Arkia kündigte unter anderem eine Wiederaufnahme der Verbindungen nach Athen, Barcelona, Budapest, Larnaca, Paris, Prag, Rom, Sofia und Tiflis an.
Folgen der Luftraumsperre
Etwa 15 Prozent der Sitzplätze auf den Abflügen sollen für humanitäre oder diplomatische Fälle sowie für Touristen reserviert werden. Israelis, die das Land mit diesen Flügen verlassen wollen, müssen zudem eine Erklärung unterschreiben, dass sie mindestens 30 Tage lang nicht zurückkehren. So soll sichergestellt werden, dass das Passagiervolumen während des Krieges nicht zu sehr anschwillt.
Der eingeschränkte Flugbetrieb soll helfen, die Folgen der Luftraumsperre zu bewältigen, die Ende Februar nach Beginn der Militärschläge gegen den Iran verhängt worden war. Schätzungsweise 120.000 Israelis saßen zeitweise im Ausland fest. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der Behörden bereits mehr als 20.000 von ihnen zurückgekehrt – viele auf dem Land- oder Seeweg. Weitere Tausende wurden mit Sonderflügen zurückgebracht.
Parallel bemühen sich die Behörden auch darum, ausländischen Touristen die Ausreise zu ermöglichen. Ursprünglich waren rund 37.000 Besucher im Land gestrandet, nachdem der internationale Flugverkehr abrupt gestoppt worden war.
EL AL organisiert Rückholaktionen
Die Fluggesellschaft EL AL erklärte, sie arbeite derzeit im Notbetrieb und folge den Anweisungen der Sicherheitsbehörden. Alle regulären Flüge der Airline und ihrer Tochter Sundor bis einschließlich 8. März seien gestrichen worden. Wie viele Flüge am Montag starten könnten, sei derzeit noch unklar.
Passagiere würden direkt von der Fluggesellschaft kontaktiert und automatisch auf sogenannte Rückholflüge gesetzt. Die Airline erklärte: »Wir kontaktieren Kunden direkt und weisen ihnen proaktiv Flüge zu.« Details zu Flugnummer und Abflugzeit würden per E-Mail oder WhatsApp übermittelt.
Die Rückholflüge sollen zunächst von wichtigen internationalen Drehkreuzen starten, darunter New York, Miami, Los Angeles, Bangkok sowie mehrere europäische Städte.
Zwischenfall bei Landung
Wie angespannt die Lage für die zivile Luftfahrt bleibt, zeigte ein Vorfall am Freitag. Ein Rückholflug aus Los Angeles musste den Landeanflug auf den Ben-Gurion-Flughafen abbrechen und mehrere Minuten über dem Mittelmeer kreisen, nachdem Raketenstarts aus dem Iran gemeldet worden waren.
Ähnliches war zwei Tage zuvor mit einem anderen Rückholflug passiert. Eine Maschine aus Kalifornien erhielt erst rund 20 Minuten später die Freigabe für den Anflug und setzte schließlich mit deutlicher Verspätung sicher am Ben Gurion Airport auf. im