Israel

Massenproteste für Freilassung der Geiseln beginnen

In der Nähe von Ra’anana demonstrieren Israelis für eine Freilassung der Geiseln. Foto: copyright (c) Flash90 2025

In Israel haben am Morgen landesweite Proteste für die Freilassung der von der Terrororganisation Hamas verschleppten Geiseln und ein Ende des von ihr begonnenen Krieges begonnen. Angehörige der Verschleppten und Tausende Unterstützer blockieren seit den frühen Morgenstunden zentrale Straßen, darunter die Ayalon-Autobahn in Tel Aviv, sowie wichtige Kreuzungen im ganzen Land.

Der Aktionstag startete um 6.29 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023. Vor der US-Botschaft in Tel Aviv wurden israelische Fahnen entrollt. Anschließend legten Demonstranten an Verkehrsknotenpunkten im ganzen Land den Verkehr lahm. Am Abend ist eine zentrale Kundgebung in Tel Aviv geplant.

Auch vor den Häusern mehrerer Minister versammelten sich Demonstranten. Am Wohnsitz von Außenminister Gideon Sa’ar in Ness Ziona wurden die Namen der Geiseln verlesen. Vor den Häusern von Bildungsminister Yoav Kisch und Ron Dermer, Minister für strategische Fragen, hielten Dutzende weitere Menschen Schilder und riefen Parolen. Auch am Wohnort von Wirtschaftsminister Nir Barkat kam es zu Protestaktionen.

Demonstranten blockieren Landstraße 351.Foto: copyright (c) Flash90 2025
Gleichzeitige Freilassung aller Geiseln

In Tel Aviv traten Angehörige der Geiseln am »Hostages Square« vor die Presse. »Nach 690 Tagen Krieg ohne klares Ziel ist klar, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nur vor einer Sache Angst hat – dem Druck der Öffentlichkeit«, erklärte Einav Zangauker, deren Sohn Matan verschleppt wurde. »Die Regierung hat die Geiseln im Stich gelassen. Aber die Nation wird sie zurückholen.«

Lesen Sie auch

Itzik Horn, Vater einer verschleppten Geisel, warf der Regierung vor, bewusst eine Einigung zu torpedieren. Die Hamas, die Israel erklärtermaßen vernichten will und neue Massaker im Stil des 7. Oktobers 2023 angekündigt hat, hatte kürzlich erklärt, einer Vereinbarung zur schrittweisen Freilassung der Geiseln zugestimmt zu haben.

Netanjahu lehnt dies ab und besteht darauf, dass nur ein Abkommen zur gleichzeitigen Freilassung aller Geiseln infrage komme. Parallel trieb sein Kabinett Pläne für eine Offensive zur Einnahme von Gaza-Stadt voran. Horn sprach von einem »Stich ins Herz der Familien und der ganzen Nation«.

Eine israelische Demonstrantin in der Nähe von Lod.Foto: copyright (c) Flash90 2025
Großer Marsch zum Geisel-Platz

Auch Yehuda Cohen, dessen Sohn Nimrod im Oktober 2023 aus einem Panzer verschleppt wurde, stellte sich hinter die Proteste. »Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung wollen ein Ende des Krieges und ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln«, sagte er. »Heute, am 690. Tag, fordern wir die Regierung auf, endlich zu handeln. Ihr schuldet es den Geiseln.«

Der Tag der Proteste soll am Abend mit einem großen Marsch vom Bahnhof Savidor in Tel Aviv bis zum »Hostages Square« enden, wo die Abschlusskundgebung geplant ist. im

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  11.09.2026

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026