In Davos hat der US-Sondergesandte Jared Kushner einen umfassenden Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, die Enklave in den kommenden Jahren zu einem regionalen Wirtschaftsstandort zu entwickeln. Die Initiative wurde im Rahmen der Unterzeichnung der Charta des »Friedensrates« vorgestellt.
Kushners Konzept sieht eine sechsphasige Entwicklung vor, die im Süden Gazas beginnt und sich schrittweise nach Norden ausdehnt. In der ersten Phase stehen Rafah und Khan Yunis im Fokus, bevor die Erweiterung von Khan Yunis in einer zweiten Phase folgt. Danach sollen die zentralen Flüchtlingslager erschlossen werden, bevor in einer späteren Phase Gaza-Stadt wieder aufgebaut wird.
Ein zentraler Baustein des Plans ist die wirtschaftliche Neuausrichtung Gazas: Das Konzept setzt auf Tourismus entlang der Küste, wo 180 gemischt genutzte Türme errichtet werden sollen. Im Landesinneren sind großflächige Wohngebiete und Industriezonen vorgesehen, die auf über 25 Quadratkilometern Platz für Rechenzentren und moderne Fertigung bieten sollen.
Zudem ist die Errichtung eines neuen Hafens und eines Flughafens Teil des Kushner-Plans, ebenso wie ein Dreiländer-Übergang bei Rafah, eine Güterbahn mit Logistik-Korridor sowie ein Netz aus Ring- und Hauptstraßen, um die städtischen Zentren miteinander zu verbinden.
Die Planer gehen davon aus, dass für den Aufbau moderner Infrastruktur und öffentlicher Dienstleistungen mehr als 25 Milliarden Dollar nötig sein werden. Um die Bevölkerung auf die neue Wirtschaft vorzubereiten, sind 1,5 Milliarden Dollar für Berufsbildung und Umschulungsprogramme vorgesehen. Ein zusätzliches Investitionspaket in Höhe von 3 Milliarden Dollar soll in Gewerbezonen, Geschäftsviertel und Kleinstzuschüsse fließen, um lokale Unternehmen zu fördern.
Das langfristige Ziel ist ambitioniert: Gaza soll bis 2035 ein Bruttoinlandsprodukt von mehr als 10 Milliarden Dollar erreichen und das durchschnittliche Haushaltseinkommen auf über 13.000 Dollar pro Jahr steigen. Gleichzeitig rechnet Kushner damit, dass mehr als 500.000 neue Arbeitsplätze entstehen – vor allem in den Bereichen Bau, Landwirtschaft, Industrie und digitale Technologien.
»Katastrophaler Erfolg«
Kushner erklärte wörtlich, sein Plan für den Wiederaufbau Gazas strebe einen »katastrophalen Erfolg« an. Er fügte aber hinzu, zunächst müsse eine Entwaffnung der Hamas staffinden: »Wenn sich die Hamas nicht entmilitarisiert, wird genau das Gaza und die Menschen in Gaza daran hindern, ihre Ziele zu erreichen.«
»Unser Ziel ist hier Frieden zwischen Israel und dem palästinensischen Volk. Jeder will friedlich leben. Jeder will mit Würde leben«, so Kushner, der anschließend zu Gesprächen nach Moskau flog. im