Israel

Kurz gemeldet

Paraguays Präsident Horacio Cartes und der israelische Premier Benjamin Netanjahu (v.l.) Foto: Flash 90

Botschaft
Nach den USA und Guatemala hat am Montag auch Paraguay seine Botschaft nach Jerusalem verlegt. Die Einweihungszeremonie fand am Nachmittag in Anwesenheit des paraguayischen Präsidenten Horacio Cartes und des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu statt. »Ich möchte zuallererst einen Freund Israels begrüßen«, sagte Netanjahu an seinen Gast gerichtet. »Es ist ein großer Tag für Israel, ein großer Tag für Paraguay und ein großer für unsere Freundschaft.« Der israelische Regierungschef lobte seinen Gast, »so viel für Israel getan zu haben«. Cartes betonte bei der Eröffnung: »Diese Zusammenarbeit ist von besonderer Bedeutung, denn sie drückt die ernsthafte Freundschaft und die mutige Solidarität zwischen Paraguay und Israel aus.« Cartes ist in seiner Heimat nicht unumstritten. Dem Millionär werden Korruption, Geldwäsche und Drogenschmuggel vorgeworfen werden. Netanjahu bedankte sich auch bei Paraguay, weil das Land »Juden geholfen hat, Nazi-Deutschland zu entfliehen«. Allerdings konnte dort auch der Nazi-Arzt Josef Mengele untertauchen.

Proteste
Die 19 am Freitag festgenommenen arabisch-israelischen Demonstranten sind am Montag nach einer Anordnung des Richters wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Am Freitagabend war es in Haifa zu Demonstrationen gegen die Zwischenfälle während der gewalttätigen Gazaproteste gekommen. Auch in der Hafenstadt im Norden Israels gab es nach Polizeiangaben Ausschreitungen. Die Demonstranten werfen den Sicherheitskräften übermäßige Gewaltanwendung vor. Unter den Protestierenden war auch der arabische Aktivist Jafar Farah, der sagte, dass ihm in der Haft von einem Polizeibeamten absichtlich das Knie gebrochen wurde, weil er fragte, warum sein Sohn, der ebenfalls festgenommen worden war, blute. Farah wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Eine interne Abteilung im Justizministerium eröffnete daraufhin eine Untersuchung wegen vermeintlicher Polizeigewalt. Sicherheitsminister Gilad Erdan unterstützt die Ermittlungen. Im Armeeradio sagte er: »Wenn ein Beamter einen Gefangenen gewalttätig behandelt hat, gibt es in der Polizei keinen Platz für ihn.« Polizeichef Roni Alscheich sagte, er begrüße die Untersuchung zwar, wolle jedoch klarmachen, dass der Protest hochgradig gewalttätig gewesen sei. »Es war kein legitimer Protest. Nicht einmal für eine tolerante Demokratie.«

Gerichtshof
Die Türkei will Israel wegen der 120 toten Palästinenser bei den seit Wochen andauernden Unruhen am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel vor den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zerren. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, sein Land werde rechtliche Schritte prüfen. Weil keine Drittländer einen Antrag stellen könnten, wolle Ankara die Palästinenser beraten. Die israelische Armee betonte, sie könne beweisen, dass es sich bei einem Teil der Getöteten um Terroristen handele. Die Hamas gab zu, dass 50 von ihnen Mitglieder der Organisation gewesen seien. Die Generalstaatsanwältin des ICC, Fatou Bensouda, erklärte, dass ihr Büro die Ereignisse vor Ort wachsam verfolge und jedes vermeintliche Verbrechen aufnehme, das rechtlicher Überprüfung bedürfe. Ankara und Jerusalem haben gegenseitig ihre Botschafter aus dem jeweiligen Land zurückgerufen.

Grenzzaun
Eine Gruppe von Palästinensern hat am Dienstagmorgen den Grenzzaun von Gaza nach Israel überquert und eine verlassene Position der israelischen Armee in Brand gesteckt. Die IDF feuerte daraufhin mit einem Panzer auf eine Stellung der Hamas im Gazastreifen. Die Männer flüchteten anschließend durch den Zaun zurück in das Palästinensergebiet. Ob dabei jemand verletzt wurde, ist unklar, gab die Armee an. Die von der Hamas angezettelten gewalttätigen Ausschreitungen am Grenzzaun, die am 30. März begonnen hatten, sind mittlerweile abgeebbt. Insgesamt wurden durch Schüsse der IDF 120 Palästinenser getötet, die versucht hatten, den Zaun zu sabotieren, und mehr als 2400 verletzt. Israel geht davon aus, dass der Anführer der Hamas in Gaza, Yahiya Sinwar, neue Schritte plant. In der Nähe des Dorfes Naama im palästinensischen Westjordanland wurden am selben Morgen Schüsse auf ein israelisches Auto abgegeben, geben israelische Sicherheitskräfte an. Niemand wurde verletzt, die Polizei durchsucht die Gegend nach den Angreifern.

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026

Flugverkehr

Wegen des Krieges: Dutzende Flugausfälle pro Tag möglich

Die Amerikaner wollen weitere fliegende Tanker schicken. Die Konsequenzen: Tausende Passagiere pro Tag könnten ohne Flugverbindung dastehen

 21.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026