Jerusalem

Israel will Armeesender schließen - Protest der Opposition

Ein Soldat hält ein Mikrofon des Armeesenders. Foto: copyright (c) Flash90 2025

In einem umstrittenen Schritt hat die israelische Regierung die Schließung des beliebten Armeesenders beschlossen. Das Kabinett stimmte nach Medienberichten für einen entsprechenden Vorschlag des Verteidigungsministers Israel Katz, Galei Zahal bis zum 1. März kommenden Jahres zu schließen. Katz hatte dies damit begründet, der als kritisch geltende Sender transportiere »politische und spaltende Inhalte, die nicht mit den Werten der israelischen Armee übereinstimmen«. 

Der TV-Sender i24news berichtete, der Kommandeur des Senders, Tal Lev-Ram, habe bereits die Absicht signalisiert, die Entscheidung vor dem obersten Gericht anzufechten. Der Armeesender gilt als historisch und sendet schon seit 75 Jahren. 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach Angaben des Nachrichtenportals »ynet«: »Ein Armeesender, der unter der Autorität des Militärs sendet – ich glaube, so etwas gibt es in Nordkorea und vielleicht noch in ein paar anderen Ländern, und wir wollen mit Sicherheit nicht zu ihnen gehören.«

Lesen Sie auch

Oppositionschef: Regierung will Meinungsfreiheit abschaffen

Die Opposition kritisiert die Entscheidung dagegen als Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und als Versuch, die Medien zu kontrollieren. Die Regierung setzt sich auch für die Schließung des angesehenen öffentlich-rechtlichen Kan-Senders ein. 

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid nannte die Entscheidung zur Schließung des Armeesenders auf X »Teil der Regierungsstrategie, die Meinungsfreiheit in Israel in einem Wahljahr abzuschaffen«. Am 27. Oktober kommenden Jahres soll in Israel ein neues Parlament gewählt werden. 

»Sie schaffen es nicht, die Realität zu kontrollieren, also versuchen sie, das Bewusstsein zu kontrollieren«, schrieb Lapid. Er warnte vor der Schließung weiterer kritischer Medien: »Sie werden nicht aufhören. Überall dort, wo es eine Wahrheit gibt, die der Regierung unangenehm ist, handeln sie, um sie zu beseitigen.« dpa

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026

Bahnverkehr

Mehr »Regios« für Israel

Auf der gerade eröffneten »Ostroute« sollen bald neue Züge aus Deutschland fahren

von Valentin Suckut  28.07.2026

Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

Wie viele Mandate würden »Yashar!« und Likud in der Knesset bekommen?

 28.07.2026

Gazastreifen

Morgens Krankenpfleger, nach Feierabend Terrorist

Sie waren Krankenpfleger, Ärzte und Terroristen: Anhand von Nachrufen des Islamischen Dschihad und der Hamas konnte das Doppelleben von 18 Mitarbeitern des Gesundheitswesens enthüllt werden

 28.07.2026

USA-Besuch

Netanjahu reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington

Der israelische Regierungschef soll gegenüber seinen Ministern erklärt haben, die US-Regierung wolle einen Abzug Israels Truppen aus dem Libanon, Syrien und Gaza. »Ich werde Nein sagen«, so der Ministerpräsident

 27.07.2026

Aufruf

Zwei Moscheen im Westjordanland angezündet – Siedler sprühen Parolen auf Moschee

In der Westbank ist es zu einer Serie mutmaßlicher Angriffe radikaler Siedler gekommen. Unterdessen forderten zahlreiche frühere Vertreter von Armee und Geheimdiensten Trump auf, gegenüber Netanjahu das Thema anzusprechen

 27.07.2026