Jerusalem

Konfrontationen auf dem Tempelberg

Militante Palästinenser verbarrikadieren sich auf dem Tempelberg und werfen mit Steinen auf israelische Sicherheitskräfte. Foto: Flash 90

An der Jerusalemer Kotel (Westmauer) fand am Montagmorgen die traditionelle Zeremonie des Priestersegens Birkat Hakohanim statt. Tausende Gläubige kamen zu diesem Gebet am Pessach-Zwischenfeiertag zusammen. Rund 2500 Polizisten sorgen für die Sicherheit.

Am Sonntag war es auf dem Tempelberg erneut zu Konfrontationen gekommen. Vor geplanten Besuchen von jüdischen Pilgern hätten Hunderte junge größtenteils maskierte Muslime mit Steinen und Eisenstangen Hindernisse errichtet, um den Zugang zu blockieren, teilte die israelische Polizei mit. Nach Medienberichten kam es daraufhin zu Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und Palästinensern auf der Anlage, mehrere Muslime seien dabei verletzt worden.

altstadt Palästinenser warfen am Sonntagmorgen zudem Steine auf mehrere Busse, in denen jüdische Beter auf dem Weg zur Klagemauer waren. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Fahrgäste verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Auch eine Gruppe jüdischer Beter, die zu Fuß in der Altstadt unterwegs war, wurde von Palästinensern angegriffen, geschlagen und mit Gegenständen beworfen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bereits am Freitag hatte es auf dem Tempelberg bei Zusammenstößen zwischen militanten Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften zahlreiche Verletzte gegeben. Zuvor waren Zehntausende Muslime friedlich zum Gebet zusammengekommen.

Die arabische Raam-Partei hat aus Protest gegen das israelische Vorgehen auf dem Tempelberg erklärt, sie werde ihre Mitgliedschaft in der Regierungskoalition bis auf Weiteres ruhen lassen. Weil das Parlament noch bis zum 8. Mai in einer Sitzungspause ist, hat die Entscheidung jedoch zunächst keinerlei praktische Auswirkungen.

Regierungschef Bennett bemüht sich nach Medienberichten um eine Beruhigung der Lage. Seine Acht-Parteien-Koalition hatte vor rund zwei Wochen bereits ihre hauchdünne Mehrheit im Parlament verloren. Eine Abgeordnete von Bennetts Jamina-Partei war überraschend aus der Koalition ausgetreten. Anlass war ein Streit über religiöse Angelegenheiten.

grabeskirche Unterdessen haben Christen aus aller Welt am Sonntag Ostern gefeiert. Patriarch Pierbattista Pizzaballa, der höchste katholische Würdenträger im Heiligen Land, zelebrierte am Morgen in der Grabeskirche in Jerusalem die traditionelle Ostermesse.

Erstmals seit drei Jahren konnten wieder Touristen und Pilger zu Ostern ins Heilige Land einreisen. Wegen der Corona-Pandemie hatte Israel seine Grenzen für Besucher geschlossen. Erst seit März ist die Einreise für ungeimpfte Touristen wieder erlaubt. Das israelische Tourismusministerium hatte sich für die Woche von Ostern, des Pessachfests und des Ramadan auf rund 30.000 Touristen eingestellt.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Uwe Becker, verurteilte die Ausschreitungen islamistischer Extremisten: »Während Juden, Christen und Muslime in diesen Tagen friedlich in Jerusalem Pessach, das Osterfest und Ramadan feiern, versuchen erneut islamistische Extremisten genau diesen Frieden zu zerstören und zetteln wie in früheren Jahren Ausschreitungen auf dem Tempelberg an.«

Dass diese provozierten Kämpfe genau geplant sind, zeigten schon Bilder sorgfältig deponierter Wurfgeschosse innerhalb der Al-Aksa Moschee. »Doch wer Steine nach Al-Aksa trägt, sucht nicht das friedliche Gebet, sondern den bewaffneten Kampf«, so Becker. ja/dpa

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  12.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  12.06.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Pride Parade findet trotz Sicherheitsbedenken statt

Erstmals seit den Zeiten vor den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 kehrt das Großereignis zurück

 12.06.2026

Wehrpflicht

Massenproteste: Charedim legen Verkehr in Zentralisrael lahm

Die Demonstration richteten sich gegen die Festnahme von 19 Wehrdienstverweigerern nach Ausschreitungen vor dem Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichts

 12.06.2026

Studie

KI-Modelle reproduzieren antisemitische Vorurteile

Zwei israelische Forscher sagen, ihre Analyse zeige, wie »ein uraltes Vorurteil durch komplexe Muster von Eigenschaftszuschreibungen und kultureller Codierung in modernen technologischen Systemen fortbesteht«

 12.06.2026

Krieg gegen den Terror

Israel bereitet offenbar Vorstoß auf Hisbollah-Hochburg Nabatieh vor

»Die Hisbollah zieht sich zurück, hält aber an der Linie von Nabatieh fest«, sagt ein ranghoher IDF-Offizier

 12.06.2026

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026