Israel

Knesset-Abgeordnete fordern Ende der UNRWA-Finanzierung

Die Knesset in Jerusalem Foto: picture alliance / CTK

Zwanzig Mitglieder der Knesset haben einen Brief unterzeichnet, in dem sie sich für eine endgültige Streichung der Finanzierung der UNRWA aussprechen. Das Schreiben wurde an Mitglieder der Parlamente in den Staaten geschickt, die ihre UNRWA-Zahlungen aufgrund der jüngsten Vorwürfe gegen die UN-Unterorganisation ausgesetzt haben. Zu diesen Ländern gehört auch die Bundesrepublik.

Wie aus israelischen Medienberichten hervorgeht, gehören die Unterzeichner des Briefes zu mehreren Parteien, die das gesamte politische Spektrum abdecken.

»Die Beteiligung der UNRWA an Aktivitäten, die dem Frieden und der Sicherheit entgegenwirken, insbesondere am 7. Oktober, erfordern eine kritische Neubewertung der Hilfskanäle für Palästinenser«, heißt es in dem Brief. Die Parlamentskollegen der bisherigen Geberländer sollten ihre »Kanäle der humanitären Hilfe überdenken.«

»Alternative Mechanismen«

Die UNRWA halte den israelisch-palästinensischen Konflikt nicht nur aufrecht, sondern nehme aktiv daran teil, so das Schreiben. »Praktikable, alternative Mechanismen für die Bereitstellung von Hilfe« wird darin vorgeschlagen. Erwähnt wird eine »Kanalisierung der Unterstützung durch angesehene Organisationen wie das Welternährungsprogramm (WFP) und UNICEF«.

Auch drücken die Unterzeichner den Abgeordneten in den bisherigen Geberstaaten ihren Dank für die Aussetzung der UNRWA-Zahlungen aus. Zu diesen Ländern gehören neben Deutschland die USA, Schweden, Frankreich, Japan, Finnland, Neuseeland, Kanada, die Schweiz, Estland, Rumänien, die Niederlande, Großbritannien, Österreich und Italien. Auch die Europäische Kommission stellte ihre Unterstützung vorerst ein.

Dan Illouz, einer der Unterzeichner des Briefes, erklärte, das Einfrieren der UNRWA-Unterstützung müsse in eine dauerhafte Maßnahme umgewandelt werden. »Die Aufdeckung der Tatsache, dass UNRWA-Mitarbeiter aktiv an dem abscheulichsten Massaker beteiligt waren, das der modernen Menschheit bekannt ist, führte dazu«, so der Knesset-Abgeordnete, der auch Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung ist.

»Spitze des Eisbergs«

»Leider ist dies nur die Spitze des Eisbergs.« Illouz sprach von einer »inakzeptablen Realität.« Die UNRWA sei eine Organisation, »die für den Terrorismus aufklärt, mit dem Terrorismus zusammenarbeitet und sogar Gehälter an Mitarbeiter zahlt, die im Wesentlichen Terroristen sind.«

Hintergrund des Briefes sind in erster Linie jüngste Erkenntnisse, denen zufolge 190 UNRWA-Mitarbeiter zugleich Teil von Terrororganisationen wie Hamas und Islamischer Dschihad sind. Zwölf Angestellte sollen sogar an der Terrorattacke vom 7. Oktober gegen Zivilisten im Süden Israels direkt beteiligt gewesen sein. Schon lange zuvor gab es jedoch immer wieder erhebliche Kritik an der UNRWA. im

Israel

Kushner wirbt bei Netanjahu für Gaza-Friedensplan

Trumps Schwiegersohn auf schwieriger Mission: Jared Kushner will einen Kompromiss ausloten, obwohl zwischen Israel und der Hamas bei den Verhandlungen über Gazas Zukunft noch eine tiefe Kluft liegt

 17.08.2026

Gesellschaft

Er starb – und rettete sechs Leben

Die Organspende des gefallenen israelischen Soldaten Shahar Gamla lässt auch ein siebenjähriges Mädchen gesund werden

von Sabine Brandes  17.08.2026

Machtkampf im Likud

Persönliche Wahlliste und »fake ballots«

Während die Parteimitglieder über Kandidaten abstimmen, sorgt Streit um reservierte Plätze und angeblich »gefälschte Stimmzettel« für Aufregung

von Sabine Brandes  17.08.2026

Nahost

Ben-Gvir will mehr Menschen im Gazastreifen töten lassen

Jede Nacht sollten »30 bis 40« Menschen »entfernt« werden, fordert der israelische Polizeiminister

 17.08.2026

Tel Aviv

Immer weniger Israelis kehren aus dem Ausland zurück

Der Knessetabgeordnete Gilad Kariv wirft der Regierung vor, die Rückkehr von Israelis aus dem Ausland nicht zu einer politischen Priorität gemacht zu haben

 17.08.2026

Straßenverkehr

KI-Ampeln sollen in Israel 771 Stunden pro Tag sparen

Das staatliche Straßeninfrastrukturunternehmen Netivei setzt auf Ampeln, die sich mithilfe künstlicher Intelligenz laufend an die aktuelle Verkehrslage anpassen

 17.08.2026

Tel Aviv

Yoseph Haddad gründet Partei

Der arabisch-israelische Aktivist startet im Vorfeld der für den 27. Oktober vorgesehenen Knesset-Wahlen eine Kampagne

 17.08.2026

Westjordanland

US-Delegation will attackiertes Dorf Qusra im Westjordanland besuchen

Nach einem Bericht des israelischen Senders Kanal 12 wollen sich die US-Vertreter vor Ort ein eigenes Bild von der Lage machen. Diese bleibt angespannt

 17.08.2026

Jerusalem

Israel und Honduras vertiefen sicherheitspolitische Kooperation

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sowie sein honduranischer Amtskollege Enrique Rodríguez Burchard unterzeichneten ein »Memorandum of Understanding«

 16.08.2026